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El Salvador

Der Neuseeländer hatte sich von einem Freund aus San Salvador einen alten Pick-Up geliehen, mit dem wir uns am Nachmittag die anderen Breaks in der Umgebung anschauen konnten. Wir fuhren Richtung Westen entlang der "Costa Del Balsamo". Für mich war es eine willkommene Abwechslung mal wieder in einem Auto zu sitzen und die kurvige Küstenstraße mit dem bergig grünen Hinterland auf meiner rechten Seite und den kleinen felsigen Buchten auf meiner linken Seite entlang zu cruisen. Unser erster Stopp war El Zonte, knappe 10 km von Zunzal entfernt. Ein ruhiger Ort in schöner Lage und auch eine guter Spot zum Surfen. Direkt an einer Flussmündung bricht ein rechter Point Break. Einige günstige Unterkünfte sind auch vorhanden. Weiter ging es entlang der Küstenstraße zu einem Spot der Kilometer 61 genannt wird. Wir parkten den Wagen an der Straße und machten uns auf eine kleine Wanderung zum Wasser. Da dieser Spot, ein Point Break über felsigen Untergrund, nicht sehr leicht zu erreichen ist, kann man hier mit nur sehr wenigen Leuten auf dem Wasser perfekte Sessions haben. Richtung Acajutla gibt es noch weitere einsame ungesurfte Beachbreaks, wir mussten uns jedoch auf den Rückweg machen, da die Sonne sich langsam zu senken begann und es in einigen Gebieten von El Salvador nicht sehr ratsam ist, sich länger als nötig bei Dunkelheit auf der Straße herumzutreiben.

Am nächsten Tag hatten wir noch einmal eine sehr schöne Session bei uns vor der Haustür und am Nachmittag eine gute in La Libertad, doch das Wasser färbte sich zunehmend braun, da durch die starken Regenfälle im Bergland die Flüsse jede Menge Sand ins Meer spülten.

Die folgenden Tage waren zunehmend unbeständiger und der Regen wurde regelmäßiger. Leider hatte ich es auch nicht mehr geschafft die kilometerlangen Sandstrände östlich von La Libertad zu sehen, da diese nicht so gut zu erreichen waren. Und dann kam es, das große Unwetter. Als ich eines Morgens aufwachte und aus dem Fenster schaute, hatte sich der regelmäßige Regen der letzten Tage in sintflutartige Niederschläge verwandelt. Die Hänge wurden von den niederstürzenden Wassermassen mitgerissen, das Meer war nur noch ein tosender Hexenkessel und die dunklen tiefgrauen Wolken hingen bedrohlich über dem Szenarium eines Weltuntergangs. Es wurde höchste Zeit gen Süden nach Costa Rica weiterzuziehen.

SURF@VISOR

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