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Surfpiraten 2Jetzt war mir alles egal, ich rannte auf den Shorebreak zu und packte es gerade noch so über die erste Welle. Was mich dahinter erwartete, war erst der Anfang eines Kampfes gegen ein Meer, das Arme zu haben schien, die alles versuchten, um mich von meinem Board herunterzuziehen.

Die Zeit stand still auf dem Weg durch diese Wellenwelt. Mit aller Kraft versuchte ich zu diesen Kerlen zu gelangen. Langsam kamen sie näher, aber meine Arme waren schon schwer wie Blei, und alles begann so unwirklich zu erscheinen. Zum erstenmal konnte ich einen von ihnen aus der Nähe sehen. Er ließ sich gerade langsam in eine doppelt kopfhohe Barrel hineinziehen. Dieser Typ schien an die fünfzig oder sechzig Jahre alt zu sein. Das ist nicht möglich, dachte ich mir, als er direkt auf mich zugeschossen kam. Ich sah sein Gesicht und schaute ihm genau in die Augen. Sein Gesicht war alt, braungebrannt und von Narben verunstaltet. Sein grauer Vollbart und seine langen Haare wehten im Wind, aber das erschreckendste waren seine Augen. Sie rollten wie wild geworden im Kreis, als er mir den Spray seines harten Layback Cutbacks ins Gesicht katapultierte.

Jetzt war es nicht mehr weit bis hinter die letzte Welle. Doch wo war auf einmal das Gebrüll, und wo waren diese Kerle? Ich paddelte weiter und war schon der Meinung, ich hätte mir alles nur eingebildet, doch die Wellen brachen nach wie vor immer schön nach rechts. Noch ein Duckdive und ich müsste es geschafft haben.

Und da waren sie - zwanzig Meter vor mir saßen vier Männer auf ihren Boards, und anstatt die Wellen zu beobachten, starrten sie auf mich. Einer sah schlimmer aus als der andere, und keiner von ihnen schien unter fünfzig Jahre alt zu sein. Hätten sie keine Wetsuits an gehabt, hätte man denken können, sie seien aus einem Piratenbilderbuch abgehauen. Obwohl sie mich anschauten, als wollten sie mich fressen, paddelte ich geradewegs auf sie zu. Der Sturm und die riesengroßen Wellen existierten für mich nicht mehr. Irgendein eigenartiges Gefühl umgab mich hier draußen - ich wurde magisch von ihnen angezogen.

Als ich bei ihnen ankam, musterten sie mich, bis der eine, den ich als ersten gesehen hatte, sagte:"Du bist also Jack, wir haben schon auf Dich gewartet." "Hätte nicht gedacht, dass so ein Taugenichts wie Du es bis hierher schaffst", meinte der Mann mit dem Spitzbart, der auch der Jüngste zu sein schien. "Ich möchte ja nicht unverschämt sein, aber wer seid ihr und wo kommt ihr her?" wollte ich wissen, als mir schon eine Nackenschelle den gehörigen Respekt verschaffte. "Nun halt mal die Segel flach, Du Bengel, ein bisschen Benimm wäre hier angebrachter," ließ mich der Typ mit der Augenklappe und den zotteligen, langen Haaren wissen. Er sah am fiesesten von den Vieren aus, war recht gut Beileibe und trotzdem im Besitz eines Shortboards. Der Älteste von ihnen hatte bisher noch nichts gesagt, und als er anfing zu sprechen, schwiegen die anderen.

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