Datum: 18. Juni 2011

| Autor: Melanie Schönthier

ADH Open 2011

Zum ersten Mal holte sich ein Surfer den Doppelsieg bei den Planet Sports ADH Open! Der Kieler Adrian Siebert surfte sich sowohl auf dem Longboard als auch auf dem Shortboard souverän in die Finals und zeigte dort, was ihn so einzigartig macht.

Der Finaltag hatte es wirklich in sich: Statt Sonne erwarteten uns Nieselschauer, statt cleaner Wellen ungeordnete Brecher. Trotzdem waren hunderte Studenten an den Strand von Seignosse gekommen, um ihre Kommilitonen und Kommilitoninnen lautstark zu unterstützen. Der Freiburger Uni gelang das wie immer am besten, sie waren mit fast 100 Leuten an die französische Atlantikküste gereist und warteten nun darauf, Jan Jansen ins Finale einziehen zu sehen. Das gelang ihm auch, genauso wie Manuel Voigt von der Uni Leipzig, Lukas Waning aus Bochum und Adrian Siebert aus Kiel. "Die Bedingungen sind heute alles andere als leicht und die Strömung nicht ohne, nach jeder Welle muss man wieder an Land und sich dann erneut in den Line Up kämpfen," erklärte Adrian nach dem 30-minütigen Final Heat. "Und mir steckt natürlich die Woche in den Knochen, ich merke einfach, dass ich müde bin." Mehr als der 26-Jährige surfte in den letzten Tagen wohl niemand, denn Adrian Siebert trat sowohl im Longboarden als auch in der Open Class an – macht insgesamt neun Heats in drei Tagen! Trotzdem gab er gestern noch einmal alles, vor allem im Halbfinale gegen Yoyo Terhorst, Frederik Meuser und Manuel Voigt holte er sich mit progressivem Surfen, 180s und Ollies eine hohe Punktwertung nach der anderen ab. Im Finale wurde es dann noch spannender, denn auch die anderen Surfer kämpften um jeden Score. Vor allem Jan Jansen erwischte zu Beginn gute Wellen, aber auch Lukas Waning und Manuel Voigt schenkten sich nichts. Trotzdem war am Ende des Heats klar, dass entweder Adrian oder Jan das Rennen machen würde.

Bei den Mädels war es ähnlich, auch sie hatten mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen und mussten sich immer wieder erneut in den Line Up hinaus kämpfen. Das zerrte an den Kräften. "Die Strömung war brutal, ich fühle mich als ob ich gerade einen Triathlon absolviert hätte", meinte Carla Twelkemeier nach dem Open Class-Finale der Frauen, in dem die 26-Jährige gegen Daniela Cramer, Eva Bernhard sowie Charlene Thoms an den Start ging. "Heute gehörte vor allem eine ordentliche Portion Glück dazu", meinte die Heidelbergerin Dani Cramer nach ihrem Heat. "Wer im richtigen Moment an der richtigen Stelle saß und eine offene Schulter fand, konnte sich glücklich schätzen." So wie Charlene Thoms, die einige der besten Wellen des Heats surfte. Alle waren sich am Schluss einig, dass die diesjährigen ADH Open auf jeden Fall die bisher spannendsten waren. "Das Niveau ist einfach unglaublich gestiegen und es wird jedes Jahr schwieriger, hier zu gewinnen", meinte Carla Twelkemeier, die es wie Adrian in beiden Klassen ins Finale geschafft hatte und es kaum bis zur Siegerehrung erwarten konnte. "Ich habe keine Ahnung, wer gewonnen hat, alle Mädels waren richtig gut."

Gegen 22 Uhr war es dann endlich soweit: Die "Night of the Champs"  begann und der Party-Pavillon auf der Bungalowanlage in Seignosse Plage war zum Bersten gefüllt. Bei der Siegerehrung der Longboarder holte sich Adrian Siebert eine ordentliche Sektdusche ab – er gewann vor Carlo Strebel, Nikolaus Koopmann und Marcel Porcher. Bei den Frauen stand wie erwartet Carla Twelkemeier von der Sporthochschule Köln ganz oben auf dem Podium, dicht gefolgt von Daniela Cramer aus Heidelberg, Charlene Thoms aus Potsdam und Friederike "Fritzi" Schulz aus München. In der Open Class konnte sich Adrian Siebert dann die zweite Sektdusche abholen, er gewann zum ersten Mal in der Geschichte der Hochschulmeisterschaften im Wellenreiten beide Klassen! Jan Jansen holte sich den zweiten Platz und Lukas Waning kam auf Rang drei. Anschließend ließ Special Guest Maddog Moreti die Massen bis zum Morgengrauen tanzen und mit einer rauschenden Party verabschiedeten sich die diesjährigen Planet Sports ADH Open aus Seignosse – wir sehen uns im nächsten Jahr!