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Wellenreiten in BrasilienBeim Surfen gibt es obendrein den Blick vom Wasser aus auf atemberaubende Palmenstrände gratis dazu, eingeschlossen von einer mit atlantischem Regenwald überzogenen Hügellandschaft. Besonders traumhaft ist der Strand Praia de Concha. Mit dem Auto zwanzig Minuten von Itacaré entfernt und dann mit dem Surfbrett unterm Arm zu Fuß noch einmal eine halbe Stunde einen verschlungenen Dschungelpfad entlang mit allem, was das Abenteurer Herz begehrt: Riesige Jahrhunderte alte Bäume, klapprige Holzbrücken über kleine Sturzbäche und die eine oder andere Vogelspinne und Schlange, die einem vor die Füße kriecht.

Am Strand angekommen kann man sich sicher sein, dass sich hierhin fast nur Surfer verirren, denn für „morgens früh um acht Uhr Liegestühle mit dem Handtuch Freihalter-Touristen“ wäre das dann doch ein wenig zu viel Abenteuer, Anstrengung und Dschungelgetier. Und Liegestühle für die Handtücher gibt es natürlich auch keine. Noch! Denn wie es aussieht, wird sich das bald ändern.

Einer der ganz Reichen in Brasilien (davon gibt es zwar nicht allzu viele, doch die wenigen schwimmen in Geld. 80 Prozent des brasilianischen Volkseinkommens fließt in ihre Taschen. Umgekehrt leben 80 Prozent der Bevölkerung vom gesetzlichen Mindestlohn von 100 Euro im Monat und weniger) hat das Land rund um den Strand gekauft und lässt dort jetzt ein 6 Sterne Luxus Hotel Ressort errichten. Dafür muss der Dschungel rund um den Strand weichen. Umweltschutz ist in Brasilien immer noch etwas, was in den Augen vieler vor allem lästig ist. Wahrscheinlich ist einfach noch zu viel Umwelt vorhanden, als dass man sich ernsthaft Gedanken darum machen würde.

ItacareZumindest in Itacaré regt sich erster Widerstand. Auf Initiative der Surfschule von Benjamin wurde die Initiative „SOS Itacaré“ gegründet, die gegen das Ressort, die Eingriffe in den atlantischen Regenwald und für die Erhaltung der natürlichen Umgebung der Strände kämpft. Mit ersten Erfolgen: Der 6 Sterne Ressort Erbauer konnte verpflichtet werden, den Zugang zum Strand weiter zu gewährleisten und einen Pflanzenlehrpfad durch den Dschungel zum Strand zu errichten. Naja - Immerhin.

Inzwischen ist es halb drei Uhr nachts. Die Party strebt ihrem Höhepunkt entgegen. Nüchtern ist kaum noch jemand und bei Temperaturen von immer noch über 25 Grad sind die ersten auf die Idee gekommen, ins nächtliche Meer zu springen. Abkühlung bringt das kaum, denn im Wasser ist es genauso warm wie auf der Tanzfläche.

Auffällig, wie stark sich das Klima innerhalb des Staates Bahia ändert. Während hier im Süden ein feuchtes, tropisches Klima stets für eine schöne weiche Haut und niemals trockene Klamotten sorgt, wird es 400 Kilometer nördlich in Salvador, der Hauptstadt Bahias, deutlich trockener und noch einmal heißer. Der Lonely Planet behauptet, Salvador wäre die „schwärzeste Stadt, wenn man von der Hautfarbe der Bewohner ausgeht, und kulturell gesehen die heißeste Stadt Brasiliens.“ Unrecht hat er damit nicht.