Teneriffa

Karte Wellenreiten TeneriffaTeneriffa ist zweifellos die vielseitigste der Kanarischen Inseln, die zwar nicht mit den Traumstränden Fuertes aufwarten kann, sich dafür aber für eine Menge anderer Aktivitäten anbietet: Ob man von idyllischen kleinen Buchten mit schwarzem Lavasand aus den schneebedeckten Gipfel des Teide betrachtet, nach einer Wanderung durch urwaldartige Landschaft im Anagagebirge einem Ziegenhirten ein Stück Queso Blanco abschnackt oder aber nach dem anstrengenden Abstieg durch den Barranco de Masca ein paar Delphinen beim Spielen zuschaut, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Hauptsache man macht nicht den Fehler und lässt sich vom touristischen kargen Süden mit seinen Hotelburgen abschrecken, sondern fährt in den grüneren Teil der Insel zwischen St. Cruz und Garachico. Wer aber Lust auf eine Surfsafari hat, kann sich nach den Stränden Los Patos und El Ancon (in der Nähe von Puerto de la Cruz) durchfragen: nach einer ca. einstündigen Wanderung kann man dort problemlos wild Campen und die Spots bekommen ähnlich viel Swell wie El Socorro ab.

Almáciga -  Die Anfahrt wird so manchem empfindlichen Magen zu schaffen machen: durch endlose Kurven windet sich die Straße bis zum Meer. Almáciga ist so abgelegen, dass es selten voll wird. Durch den leichten Einstieg ist der Spot für Anfänger gut geeignet, allerdings treten ab und zu starke Unterströmungen auf, die mit Vorsicht zu genießen sind. Folgt man der Straße bis sie vom Meer wegführt, gelangt man nach Benijo, für das die gleichen Bedingungen gelten.

Los dos Hermanos -  Folgt man der Straße nach Punta de Hidalgo bis zum Ende (Kreisel) findet man einen Schotterweg, der zum Strand hinunterführt. Allerdings sollte man sein Auto (vor allem mit ausländischem Kennzeichen) lieber etwas weiter weg parken, denn die Locals hier gehören nicht gerade zu den nettesten und zerstochene Reifen sind keine Seltenheit. Die links- und rechtsbrechenden Wellen halten auch extrem große Swells aus, und wenn alle anderen Spots in der Umgebung nicht mehr surfbar sind, ist dieser Spot die erste Adresse. Nicht gerade anfängertauglich.

Bajamar -  Biegt man im Ort nicht zu den Schwimmbecken ab, sonder fährt auf der Hauptstraße noch ein Stück Richtung Punta de Hidalgo, so erreicht man einen Aussichtspunkt, von dem aus man perfekt die gesamte Bucht überblicken kann. Es gibt mehrere Peaks, die unter den Einheimischen unterschiedliche Namen haben, je nachdem, wen man gerade fragt. Vor allem die Peaks auf der Ostseite der Bucht halten sehr große Swells aus und brechen auch dann noch extrem sauber. Der Abstieg zum Strand ist über einen versteckten Fußweg unterhalb des Hotels Neptuno möglich. Zum Rauspaddeln günstigen Moment zwischen den Sets abwarten, da man lange in sehr flachem Wasser über Steine paddelt, hat man´s aber erstmal geschafft, kann man sich im Channel ausruhen.

El Socorro -  Die sichere Adresse, wenn es sonst nirgendwo Wellen gibt. Dieser Spot läuft fast immer, ist daher aber auch meist ziemlich voll. Leichter Einstieg über den Sandstrand, mehrere Peaks über Sand und Felsen, am Westende der Bucht läuft bei einem größeren Swell eine schnelle Linke. Die Locals sind verglichen mit anderen Spots recht entspannt. Eine kleine Bar, die nur im Sommer geöffnet ist, rettet mit ein paar belegten Brötchen zwar gerade eben vor dem Hungertod, wer sich aber was richtig Leckeres gönnen will, fährt ca. 5 Min. auf der Landstraße Richtung Puerto de la Cruz und holt sich in der Arepera La Carajita Arepas (Maismehltörtchen mit verschiedenen Füllungen), eine venezolanische Spezialität.

La Caleta hat einen leichte Einstieg über einen Kieselstrand und ein Channel, der einen bequem bis zum Line Up paddeln lässt. Am Peak hat man dann die Wahl zwischen links- und rechtsbrechender Welle.

Punta Blanca & La Derecha del Chalet -  Kommt man aus Richtung Icod de los Vinos biegt man nach dem Ort Playa de la Arena nach Rechts auf eine Schotterpiste ab. Ein einzelnes Haus am Ufer markiert La Derecha del Chalet, der Einstieg erfolgt direkt unterhalb des Hauses über Lavafelsen. Vorsicht scharfe Kanten! Folgt man der Schotterpiste noch ein Stück weiter, gelangt man zum Spot Punta Blanca. Diese Linke ist sehr schnell und steil und somit nicht gerade anfängergeeignet. Sie hält große Swells aus und ist leider wenn sie gut läuft immer unerträglich voll.

Las Américas ist das Touristenzentrum im Süden der Insel und kann eine Reihe guter Breaks vorweisen, die alle bequem von der Strandpromenade aus zu erreichen sind. Allerdings bekommt der Süden im Sommer oft sehr wenig Swell ab und man muss sich mit den Massen um die wenigen Wellen auch noch prügeln. La Izquierda (eine lange, hohle Linke), La Derecha del Cartel (eine Rechte) und La Fitenia (Linke und Rechte) sind Reefbreaks, die einen leichten Einstieg über den Strand haben und wenn es nicht zu groß ist, auch anfängertauglich sind. El Conquistador vor dem gleichnamigen Hotel ist ein weiterer Reefbreak, der über ein Seeigel bevölkertes Lavariff zu erreichen ist.

La Machacona ist eine reine Bodyboardwelle, zumindest wenn Euch Euer Brett und Eure Knochen lieb sind. Der Name ("die Zermalmerin") ist Programm, denn diese Welle ist extrem schnell und hohl und bricht praktisch direkt auf Felsen. Die Bedingungen für diese Welle sind nur sehr selten ideal, aber wenn es mal soweit ist, zeigen die Locals gerne ihre Tricks und ihre zahlreichen Narben. Zu erreichen ist der Spot auf der Straße von El Médano nach Los Abrigos, ca. 5 Min. hinter dem Ortsausgang von El Médano.

Igueste de San Andrés ist ein sehr beliebter Spot nordöstlich von Santa Cruz. Die linksbrechende Welle mit teilweise steilen Sections läuft über sandigen und steinigen Untergrund. Achtung, bei Ebben sollte man die Wellen nicht unbedingt bis zum Letzten ausreizen. Sind die Bedingungen optimal, wird es brechend voll auf dem Wasser, frühes Aufstehen lohnt sich daher, vor allem am Wochenende, denn die Canarios sind leidenschaftliche Langschläfer. Den Spot erreicht man von Santa Cruz über Las Teresitas Richtung Igueste.