Madeira, der immer blühende Vulkanfelsen im Nordatlantik, hat viele Klischees, die auch zumeist der Realität entsprechen. Ja, es gibt hier viele Herrschaften, der älteren Generation. Ja, als Natur- und Wanderfreak kommt man auf Madeira in Extase. Nein, die ultimative Summer-Party findet ihr hier nicht, denn es gibt weder ein ausgeprägtes Nachtleben, noch schöne lange Sandstrände, mit Ausnahme auf der Nachbarinsel Porto Santo natürlich. Und was ist mit Surf? Tja, der kann vom allerfeinsten sein.

Die Küste von Madeira ist sehr felsig und fällt steil ins Meer ab, wodurch der Atlantik-Swell ungebremst auf die Küste trifft. Die idealen Bedingungen für Big-Wave-Surfen. Dafür gibt es kleine surfbare Wellen jedoch nur selten, in der Regel sind die Wellen auf Madeira groß oder nicht surfbar, also keine Bedingungen für Anfänger.

Hat es mal keine Wellen, kann man sich auch so die Zeit auf der Insel ganz gut vertreiben. Neben einer ausgeprägten Unterwasserwelt zum Tauchen, gibt es auch jede Menge Berge zum Klettern, Mountain-Biken oder Paragleiten. Auch eine abgefahrene Wandertour entlang der "Levadas" (kleine, künstliche Bewässerungskanäle), die die ganze Insel durchziehen, kann man sich gerne mal geben.

Auf Madeira leben ca. 280.000 Madeirenser, davon etwa 125.000 in der kosmopolitischen Hauptstadt Funchal und ca. 5.000 auf Porto Santo. Funchal ist gleichermaßen das wirtschaftliche und touristische Zentrum der Insel. Mit dem Ausbau des Tourismus und den besseren Verdienstmöglichkeiten in Funchal ist der Zuzug der Landbevölkerung nach Funchal weiterhin ungebrochen.

Saison ist auf Madeira das ganze Jahr über. Im Sommer kommen sehr viele Portugiesen vom Festland, um der Sommerhitze zu entfliehen, während außerhalb der Sommermonate Deutsche, Engländer und Skandinavier den Hauptteil der Besucher stellen. Neben dem angenehmen Frühlingsklima ist der entspannte Lifestyle und die geringe Kriminalität Grund genug die Insel für sich zu gewinnen.

Zum Archipel gehören die zwei bewohnten Inseln Madeira und Porto Santo sowie die unbewohnten Felsinseln Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens. Wie die Azoren und Kanaren ist auch dieses Archipel vulkanischen Ursprungs. Madeira liegt ca. 500 Kilometer von der Küste Afrikas und ca. 450 Kilometer nordwestlich von den Kanaren entfernt. Zu den Azoren sind es ca. 800 Kilometer. Madeira hat eine Fläche von 741 Quadratkilometern - 57 Kilometer lang und 22 Kilometer breit. Der höchste Punkt der Insel ist der Pico Ruivo de Santana mit 1.862 m. Die Ilhas Desertas hingegen sind unbewohnt, weil es kein Trinkwasser gibt und hier eine Killerspinne lebt, die mit Menschen kurzen Prozess macht. Die ebenfalls unbewohnten Ilhas Selvagens liegen geografisch zwar näher an den Kanaren, zählen politisch jedoch zu Madeira.

Durch die geografische Lage und geologischen Aspekte hat Madeira ganzjährig ein mildes, frühlingshaftes Klima. Die Winter sind mild und dem Sommer fehlt die alles lähmende Hitze. Die durchschnittlichen Temperaturen betragen 17C° im Winter und 23 C° im Sommer. Im Winter kommt es jedoch regelmäßig zu starken lokalen Temperaturunterschieden. Stürmischer Nordwest-Wind kann die Nordküste und das bergige Hinterland extrem abkühlen. Der meiste Regen fällt im Winter, während die Sommermonate sehr regenarm sind. Durch den warmen Golfstrom ist die Meerestemperatur ebenfalls sehr mild, im Winter bei 17 C° und im Sommer bei 22 C°.  

Auf Madeira gibt es mittlerweile ein sehr gut ausgebautes Straßennetz und an Tunnels wurde auch nicht gespart. Zwischen dem Flughafen, Funchal und Ribeira Brava gibt es sogar seit kurzem eine zweispurige Autobahn, wodurch die Fahrtzeit mit dem Auto zwischen Funchal und Jadim do Mar oder Porto Moniz nur noch bei ca. 1. Stunde liegt. Ohne eigenen Wagen ist es auf Madeira jedoch problematisch, es gibt zwar Busverbindung zu den meisten Orten, die Fahrzeiten sind jedoch sehr madig. Vom Flughafen nach Funchal gibt es regelmäßige Busverbindungen oder man nimmt ein Taxi, das auch nicht sehr teuer ist.

Eines der berühmtesten Kinder der Insel ist sicherlich der Wein. Dieser ist jedoch weniger zum Essen geeignet, sondern eher um ein gutes Essen abzurunden: Sercial ein trockener und Verdelho ein halbtrockener Madeira, schmecken ausgezeichnet als Aperitif; Bual halbdunkel bis dunkel, schmeckt fruchtig aromatisch und ist optimal zum Dessert; Malvasia ist fruchtig schwer und ideal, um eine Mahlzeit zu beenden.

Porto Santo, die ca. 50 Kilometer entfernte Nachbarinsel, ist der kleine Bruder von Madeira. Surfbare Wellen hat es hier allerdings so gut wie nie. Das Highlight von Porto Santo ist sicherlich der 9 Kilometer lange helle Sandstrand, den man auf Madeira vergebens sucht. Porto Santo erreicht man von Madeira aus in 10 Minuten mit dem Flieger oder in 2 Stunden mit der Fähre.

Text (Fotos): Stefan Strauss

Madeira Surfspots

Aufgrund seiner Lage erreicht nahezu jeder vom Nordatlantik kommende Swell die Küste Madeiras, was leider nicht notwendigerweise gleichbedeutend damit ist, dass sich auch jeder Swell auf Madeira zum Surfen eignet. Durch den felsig steil abfallenden Untergrund ist mindestens ein Swell von 1,5 Meter nötig, damit etwas läuft.  mehr...

Madeira Infos

Lassen die Wellen mal auf sich warten, kommt auf Madeira trotzdem keine Langeweile auf: Eure Zeit vertreibt ihr euch dann eben mit Tauchen, Klettern, Mountain-Biken oder Paragleiten.  mehr...