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Pelorinhio - Salvador da BahiaIm Pelorinhio, der wunderschönen Altstadt Salvadors, spürt man an jeder Ecke, dass diese Stadt einmal richtig reich war. 1549, als erste Hauptstadt von den portugiesischen Eroberern gegründet, blieb Salvador drei Jahrhunderte lang Brasiliens wichtigste Handelsstadt. Man exportierte Zucker, Gold und Diamanten in alle Welt und da die Portugiesen keine Lust hatten, selbst in ihren Goldminen und auf ihren Zuckerrohrplantagen zu schuften, importierte man gleichzeitig Sklaven aus Afrika.

Den Reichtum des alten Salvadors, die bis unters Dach mit Gold verzierten Kirchen und die ebenso sehenswerte wie aufwendige Architektur der Kolonialbauten im alten Stadtkern, haben die Sklaven den Portugiesen beschert. Zum Dank dafür wurde ihnen von ihren Herren all das verboten, was die schwarzen Sklaven für sich aufbauten. Dazu gehörte auch Capoeira. Halb Selbstverteidigung, halb Tanz, der jeweils von zwei „Kontrahenten“ zum Klang der Berimbaos (eigenartiges Instrument, das aussieht wie ein Bogen und mit einem Stock geschlagen wird) ausgeführt wird. Bis 1920 war Capoeira in Brasilien verboten, doch zum Glück hat das Verbot in den schwarzen Gemeinden kaum jemanden interessiert. So kann man heute an jeder Ecke Bahias die akrobatischen Verrenkungen bewundern und das Berimbao ist nach einer Flasche Cachaca das wohl 2. beliebteste Touristen-Mitbringsel. Jedenfalls sieht man in der Abflughalle des Salvador International Airports auffällig viele wie Bogen gespannte Holzstangen aus Reiserucksäcken ragen.

Noch etwas weniger bekannt, aber gerade deswegen wert, noch entdeckt zu werden, ist Salvador für seine Surfwellen, die sich an den unendlich langen Sandstränden brechen. Ein wahres Paradies für Surfer und noch lange nicht so überfüllt wie die Küsten Costa Ricas, Kaliforniens oder Frankreichs. Die Wellen jedenfalls halten dem Vergleich ohne Probleme stand und haben den Vorteil, dass man sie mit etwas Glück ganz für sich alleine hat. Wellenreiten in BahiaSo hat dreißig Kilometer nördlich von Salvador das erste Surfcamp mit einem internationalen Standard diese perfekte Location für sich entdeckt. Unter Palmen direkt am Strand gelegen, kann man hier morgens nach dem Aufwachen direkt vom Bett aufs Meer schauen und noch vor dem Zähneputzen die ersten Wellen reiten.

Das Camp liegt inmitten eines bewachten Condominiums. Bono von U2 hat hier – in einem der Häuser der Anlage – den Karneval von Salvador verbracht. Gesurft hat er nicht, aber auf jeden Fall auch den Strandabschnitt genossen, denn den hat man fast ausschließlich für sich – ausser an den Wochenenden. Das Camp selbst ist definitiv ein Geheimtipp. Zum Surfen ideal - zum Abnehmen suboptimal, denn eigens für die Bewohner sind zwei brasilianische Köchinnen eingestellt, die drei Mal am Tag alles auf den Tisch zaubern, was die brasilianische Küche so hergibt: Fleisch, Fisch, Huhn in allen Variationen, Omeletts mit Soja gefüllt, Reis und brasilianische Bohnen, als Desserts Bananenquark und Karamelltorten und natürlich Obst – soviel die Verdauung aushält: Papayas, Mangos, Melonen, Ananas – alles frisch. Jede einzelne beim Surfen verbrannte Kalorie kann hier doppelt wieder reingeholt werden – keine Sorge.

Gutes Essen gehört zu einem Brasilientrip eben wie das Warten. Inzwischen sind drei Stunden vergangen. Es ist 3 Uhr nachts und bald beginnt ein neuer Surftag in Itacaré. Zeit ins Bett zu gehen und zwar schleunigst. Und ob man’s glaubt oder nicht: In genau diesem Augenblick kommt Livia doch noch. Stunden nach dem verabredeten Zeitpunkt. Erklärung für die Verspätung? Gibt es keine. Warum auch? Es ist doch erst drei Uhr nachts – es dauert noch Stunden bis ein neuer Surftag beginnt. Jetzt geht die Party erst richtig los. Das ist Brasilien...und in Brasilien lohnt sich das Warten.

Text (Fotos): Jan Weyrauch (Stefan Strauss)

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