Wo Europa aufhört und der Atlantik beginnt, gibt es sie noch – einsame Strände, exzellente Wellen und unverbaute, wilde Küsten. Doch die Algarve im Süden Portugals verführt nicht nur Wellenreiter.

Ob West- oder Südküste – die Algarve im Süden Portugals ist für viele das absolute Traumziel zum Wellenreiten innerhalb Europas. Ihre mehr als 200km lange Küstenlinie mit zahlreichen Buchten und verschiedenen Ausrichtungen, fängt fast jeden Atlantikswell ab. Verschiedene Untergründe, meist aber gut liegende Sandbänken, wandeln die Energie des Ozeans in für uns sauber brechende Wellen um. Die Westküste hat bis auf wenige unbeständige Sommerwochen stets gleichbleibend gute Wellen für Surfer aller Niveaus. Die Südküste überzeugt meist außerhalb des Hochsommers und lockt mit First-Class-Spots Surfer aus der ganzen Welt. Hat man sich einmal in die wunderschöne Algarve verliebt, fällt es einem schwer, anderen Spots unseres Kontinents die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen. Jahrelange Wiederkehrer sind keine Seltenheit, also macht euch schon mal auf eine konstante Urlaubsbeziehung mit dem Süden Portugals gefasst.

DIE ALGARVE

Die Algarve hieß in früheren Zeiten noch das „Ende der Welt“, denn hier begann gefühlt das „endlose“ Meer. Heute wissen wir, dass dies glücklicherweise nicht der Fall ist. Doch wenn dem so wäre, handelte es sich wohl um das schönste Ende, das unsere Welt haben könnte. Als kleines Juwel krönt die Algarve Portugal und liegt dort, wo innerhalb Europas einmalige Naturphänomene zwischen Spanien und dem südwestlichsten Punkt unseres Kontinentes aufeinandertreffen: Mit seinen sagenhaften Steilküsten und grünen Berghängen, kristallklaren Buchten, Unterwasserhöhlen und kilometerlangen weißen Stränden, eingerahmt von sanften bis gigantisch hohen Atlantikwellen, Naturparks und malerischen Fischerorten, ist die Algarve ein absolutes Paradies für Surfer aller Niveaus sowie für Strand,- Sport und Naturliebhaber aller Art. Ein ausgedehnter Besuch des Süden Portugals ist lohnenswert – ganzjährig – und dies nicht nur aufgrund seiner ausgezeichneten Wellen und mediterranen Temperaturen.

SURFEN AN DER ALGARVE

Surfen an der Algarve ist in vielerlei Hinsicht unverwechselbar: Obgleich es die Szenerie ist, welche die meisten Surfspots einschließt, oder die Vielseitigkeit seiner Wellen, welche für Einsteiger bis Pro-Surfer optimale Voraussetzungen bieten, um das Surfen zu erlernen oder aber seine Skills aufs Vollste auszureizen. An der gesamten Küstenlinie, von Aljezur bis zur Grenze Spaniens, betten sich zahlreiche wunderschöne Beachbreaks und perfekte Reefbreaks in atemberaubenden Küstenlandschaften ein.

Aufgrund seiner im Vergleich zum restlichen Teil Portugals moderaten Luft- und Wassertemperaturen, ist der Süden des Landes das ganze Jahr über surfbar und zieht immer mehr ausländische Surfer an, die aus den eisigen Wintern Nordeuropas fliehen.

Aber viel wichtiger als das Wetter sind natürlich die Wellen, die es nahezu immer gibt. An der Ecke der iberischen Halbinsel gelegen, hat die Algarve das breiteste Dünungsfenster des Landes und regelmäßige Offshore-Winde an der Südküste. Die Frühlings- und Sommermonate eignen sich besonders gut für Surf-Anfänger. In dieser Zeit finden sich häufig kleine saubere Wellen an der Westküste und auch an der Südküste produziert der ein oder andere Südswell perfekte Bedingungen für Einsteiger – und manchmal sogar mehr als das. Auch die Temperaturen an Land und im Line-Up sind dann optimal, um sich mit dem Surfen und dem Meer ganz entspannt vertraut zu machen. Der sommerlich frische Onshore-Wind, der sogenannte Nortada, ist für Surf-Anfänger eher unbedenklich. Der aus Norden kommende Passatausläufer kühlt lediglich eure Sommerabende herunter, doch euer erstes Surfabenteuer wird davon eher wenig beeinträchtigt. Für fortgeschrittene und erfahrene Surfer wird es ab Herbst dann richtig interessant. Wenn zum Ende des Jahres die riesigen Winterswells die Westküste bombardieren und es dann auch dort für den ein oder anderen zu groß wird, laufen im Süden rund um Sagres und Lagos nicht selten perfekte Wellen an den Strand.

Die Auswahl an Surfspot an der Algarve ist groß. Hier findet jeder seine perfekte Welle. Hier ein Überblick über die beliebtesten und besten Surfspots der Region:

SURFSPOTS IN SÜDPORTUGAL

ALENTEJO

São Torpes ist ein gutmütiger Beachbreak kurz vor Sines und bietet euch eine gute Möglichkeit, auf dem Weg Richtung Norden, vor Lissabon noch einmal ins Wasser zu kommen. Der Spot bietet ganzjährig recht zuverlässig Wellen. Natürlich sind diese, wie bei jedem anderen Spot auch, abhängig von der Swellrichtung. Lokale Winde können diesen Break aber ebenso gut in ein Wellenpool umwandeln und erlauben die ein oder andere gute Session. Bestenfalls aber laufen mit einem kräftigen Westswell ein paar saubere rechte und linke Wellen über die Sandbänke des Praia de São Torpes und ihr teilt euch das Line-Up mit nur wenigen Surfern.

Porto Covo ist ein kleiner Urlaubs- und Badeort, dessen Bucht nahezu jeden Swell abfängt, sodass es hier an Wellen selten mangelt. Der Praia Grande ist der Hauptstrand des kleinen Alentejo Resorts, Porto Covo, und mit seinem feinen Sandstreifen zwischen den hohen Klippen gleichsam charmant wie das anliegende Dörfchen. Die Sandbänke des Praia Grande sind anspruchsvoll, sodass die Wellen hier ab einer bestimmten Swellgröße für Anfänger zu kräftig werden. Bei einem Westswell ab 2 Metern geht es dann rüber auf die Südseite des Ortes, wenn Direite da Baia anfängt zu laufen.

Unmittelbar an der Mündung des Ria Mira, am Naturpark „Parque Natural da Costa Vicentina e Sudoeste Alentejano“ gelegen, ist dies wohl der beliebteste Urlaubsort der Alentejo-Region. Gut zehn verschiedenen Strände umgeben diese Ortschaft und bieten Surfern aller Niveaus Wellen über Sandbänke und Steinriffe, wie unter anderem der Reefbreak Cogumelo, südlich der breiten Bucht. Hier läuft es allerdings erst richtig gut ab einer gewissen Swellgröße und dann wird es natürlich gleichermaßen auch voll am Point.

ALGARVE WESTKÜSTE

Praia de Odeceixa erreicht man über die ursprüngliche Ortschaft Odeceixa. Praia de Odeceixa liegt in einer von Felsen geschützten Bucht mit einem schönen Sandstrand. Der konstant laufende Beachbreak bietet euch eine sehr gute Alternative, wenn die anderen Spots in der Umgebung vom Wind zerblasen. Am besten läuft er aber mit leichten Offshore-Wind aus Osten. Das Beste ist, dass es selbst an richtig guten Tagen nur selten sehr voll wird.

Nach einem relativ langen Weg über Off-road, gelangt ihr an den abgelegenen und weiten Strand von Carriagem. Ein kräftiger Nordwest-Swell produziert hier ordentliche Wellen, deren Qualität aber deutlich steigt, je weniger Wind weht. Der Surf ist hier allerdings relativ unbeständig, was jedoch zum Vorteil hat, dass man ein nettes Wellen-Chaos auch mal ganz für sich alleine hat. Fahrt ihr weiter gen Süden dürft ihr den nächsten Spot, Amoreira, auf keinen Fall verpassen.

Dort, wo die Ribeira de Aljezur dem Meer entgegenfließt, liegt der Strand Praia da Amoreira. Er zählt zu den schönsten Stränden an der Westküste und bietet an guten Tagen einen netten rechten Pointbreak über sandigem Untergrund. Aber wie gesagt, an guten Tagen, denn der Beachbreak überzeugt wohl eher mit seiner wunderschönen Kulisse als mit der Konsistenz seiner Wellen. Doch wenn es mal sauber aus Westen einläuft und der Wind es nicht vernichtet, gibt es hier ordentlich was zu surfen.

Die Aussicht von oben ist bereits einen Stopp wert: Eingebettet in einer Dünenlandschaft finden ihr unterhalb der kleinen Ortschaft diesen wunderschönen Sandstrand. Am besten läuft dieser Spot mit einem cleanen Nordwest-Swell und leichtem Wind aus Osten. Sobald es hier größer wird, ist dieser Spot aufgrund seiner Strömungen nur etwas für erfahrende Surfer.

zählt zu einer der bekanntesten Spots in Portugal. Unter dem weiß gewaschenen Dorf und den massiven Klippen befindet sich ein schöner Beachbreak, der im Windschutz des Nordwindes ziemlich viel Swell abbekommt und bei kleinen Bedingungen mehrere Peaks für Anfängern und Intermediates bietet. Aber der wahre Grund für erfahrene Surfer, Arrifana zu besuchen, ist der weltklasse rechte Reefbreak am nördlichen Ende des Strandes. Wenn es von Westen richtig hineinrollt, bricht hier eine sehr lange und kraftvolle rechte Welle mit steilen Sections und Barrel-Potential. Es gibt Tage, an denen diese Welle perfekt sein kann – perfekt! Doch es bedarf mindestens einen 2m (6ft) Swell, um überhaupt zu laufen, aber der Break hält noch bis zur dreifachen Größe aus. Diese Welle Arrifanas ist nicht für Änfänger geeignet und auch die Pros unter euch, sollten hier die Felsen in der Inside gut im Auge behalten.

Zwischen Aljezur und den nächst großen und sehr bekannten Surfstränden bei Carrapateira, begegnet euch, von Aljezur kommend, ein wegweisendes Schild zu eurer Rechten. Ihr gelangt von hier auf eine kleinere und sehr staubige Straße, die euch durch den Naturpark von Alentejo bis nach Vale Figueras führt. Nach ca.10. Minuten gelangt ihr an den Strand Praia de Vale Figueiras – ein schöner Beachbreak, der je nach Bedingungen, Wellen für alle Niveaus bietet.

Carrapateira ist ein ruhiges und sehr hübsches Dorf mit zwei nahegelegenen, großen und wunderschönen Sandstränden, die mit mehreren Peaks Wellen für alle Surflevels bieten: Praia da Bodeira und Praia do Amado

Der Strand Praia da Bodeira liegt nordwestlich von Carrapateira. Im Gegensatz zu den meisten Klippenstränden in dieser Gegend, ist der Strand von Bodeira eingerahmt von weiten Sanddünen. Der langgezogene weite Strand ist nach Nord/Nord-West ausgerichtet, was ihn zum absoluten Swell-Magnet macht und Wellen bereits bei einer Swellgröße von 0,5m surfbar werden und sogar bis gut 3m noch laufen (lange zuvor bereits natürlich nicht mehr für Anfänger). Bodeira bietet einen linken Pointbreak, der an seinen besten Tagen lange Barrels zaubert. Dieser Peak sollte allerdings nur von erfahrenen Surfern besetzt werden, da die Welle kurz vor einem Felsen bricht und der steinige Untergrund einem ab und an doch sehr nahekommen kann. Am Beachbreak in der Mitte geht es bei kleinen Bedingungen recht entspannt zu, sodass auch Anfänger auf ihre Kosten kommen. Bei etwas mehr Größe können hier ziemlich schnelle und steile rechte Wellen entstehen, die bis in die Flussmündung hineinlaufen. Für viele ist es einer der schönsten Strände der Westküste, nicht nur aufgrund seiner recht konstanten Surfbedingungen. Einziger Nachteil hier, ist der oft auflandige Wind, der so manche Session zerbläst. Der Grat zwischen „messy but nice“ und „completely blown out“ ist leider an diesem Spot ziemlich dünn.

Praia do Amado liegt südlich von Carrapateira. Ähnlich wie Praia da Bodeira bekommt Amado durch seine Ausrichtung sehr viel Swell ab, doch liegt er innerhalb der Klippen deutlich geschützter vom Nordwind, was ihn unter anderem zu einem der beliebtesten Surfspots und Beachbreaks im Süden Portugals macht. Die Crowd am Strand und das meist sehr volle Line-Up, besonders im Hochsommer, kann man allerdings durch frühes Aufstehen für eine Early-Bird-Session umgehen.

Diese beiden schönen Strände der Westküste erreicht ihr, wenn ihr durch Villa do Bispo hindurch fahrt. Beide Strände sind von dort an ausgeschildert und in knappen 5 Minuten zu erreichen. Kurz vor dem Mirador (Aussichtspunkt) teilt sich die Straße und führt euch hinunter zu den jeweiligen Spots. Falls ihr bis dahin noch nicht wisst, für welchen Strand ihr euch entscheiden sollt, eignet sich der Aussichtspunkt hervorragend für einen Spotcheck und bietet einen sagenhaften Ausblick über die gesamte Steilküste. Beide Beachbreaks haben meist mehrere sehr schöne Peaks, sodass sich das Line-Up gut verteilt und es kaum Gedrängel an einem einzigen Fleck gibt. Je nach Wellengröße und Windrichtung werden die Wellen an beiden Stränden auch gern mal richtig mächtig und sehr steil bis sie in kräftigen Barrels an den Strand brechen. In diese Bedingungen sollten sich nur die Profis unter euch begeben, die anderen können sich dann aus der Beachbar ein tolles Surf-und Wellen-Kino anschauen.

Von Sagres und Vila do Bispo aus führen mehrere nicht ausgeschilderte und nicht geteerte Wege nach Ponta Ruiva. Dieser abgelegene Spot, den ihr demnach nur über längere Off-Road-Pisten erreichen könnt, sollte besser nicht mit einem Mietwagen angefahren werden. Die mit Schlaglöchern versehrten Wege lassen eure Stoßdämpfer auf Hochtouren laufen und sind keinesfalls für den durchschnittlichen Kleinwagen geeignet. Und wer dann noch nach dem fünften Felsen und hinter der dritten Hecke falsch abbiegt, kann sich schon mal ordentlich im Sand festfahren und kommt von alleine nicht mehr heraus. Erschwerend kommt hinzu, dass eure Mobiltelefone hier meist sehr schlechten bis gar keinen Empfang haben. Dennoch: Einmal gefunden, eröffnet euch Ponta Ruiva einen wunderschönen Strand, umrahmt von hohen schwarzen Schieferklippen. Die rote Steinformation im Süden hat dem Strand den Namen verliehen. Hier läuft der linke Reefbreak, der an guten Tagen den erfahrenen Surfern einen sehr langen Ritt ermöglicht. In der Mitte befindet sich ein Beachbreak, der sich ideal für das Lernen und Üben des Surfens eignet und wenn die Bedingungen passen, läuft neben diesen beiden Spots auch noch ein weiterer rechter Break mit gleichwertigem Potential.

ALGARVE SÜDKÜSTE

Sagres ist ein kleiner Küstenort mit einem Fischereihafen, jeder Menge Ferienunterkünfte, einem Campingplatz und einer Handvoll Bars, die sich sehr gut zum Feiern eignen. Große touristische Anziehungskraft hat die Festung und Cap São Vicente, der südwestlichste Punkt Europas. Die Umgebung von Sagres bietet viele Möglichkeiten zum Surfen:

Ein sehr guter und wunderschöner Spot ist Beliche. Dieser Beachbreak benötigt allerdings einen großen Nordwest- oder einen sauberen Westswell. Die Peaks verteilen sich zwar, doch an wellenreichen Tagen, insbesondere im Hochsommer, ist das Line-Up maßlos überfüllt. Konstantere Bedingungen findet ihr in Tonel. Eingebettet in hohen Klippen, bietet dieser sehr begehrte Spot auch für Nichtsurfer ein einmaliges Erlebnis. Sein Wiedererkennungsmerkmal ist ein riesiger Felsen, der auf der rechten Seite der Bucht weit aus dem Wasser ragt. Bei sehr hohem Wellengang verwandelt sich die Bucht in eine sagenhafte Kulisse, vor welcher sich meterhohe Wellen auftürmen und gegen den Felsen prallen. Bei kleinem bis mittlerem Wellengang werden hier Surfer aller Niveaus glücklich. Hier findet ihr mehrere gut Points, die sowohl nach rechts als auch nach links laufen.

Eine etwa 7km lange Piste, die leider auch über viele Schlaglöcher verfügt, führt vom Ort Raposeira (gleich neben Vila do Bispo) hinunter zu diesem leicht abgelegenen Surfspot. Die relativ kleine rund geformte Bucht wird eingerahmt von grünbewachsenen Dünen auf der einen, von hohen Felsen auf der anderen Seite. Leider hat der Strand in den vergangenen Jahren ein wenig von seinem natürlichen Charme einbüßen müssen, da er fast ganzjährig von Dauercampern aufgesucht wird und dadurch bereits seinen Ruf als „Hippie-Beach“ erlangt hat. Nichtsdestotrotz, ist dieser Spot der Südküste ein absolutes Highlight, wenn ein sauberer Swell aus Süden oder ein sehr großer Westswell hier saubere Wellen über die Sandbänke treibt.

Praia Zavial ist einer der wohl bekanntesten Spots der Algarve. Der beliebte Strand an der Südküste sorgt bereits bei kleinem Südswell für ordentlich Spaß, denn die Sandbänke des Beachbreaks liegen hoch und steil, wodurch kraftvolle, schnelle Wellen erzeugt werden. Leider brechen die Hauptpeaks in der Mitte der Bucht auch oftmals als Close-out. Bei sehr großem Westswell läuft hinten neben der Felswand eine schöne Rechte, um dessen kräftige Barrels dann die besten Surfer der Algarve kämpfen.

Besucher des Praia Cabanas können von der Beachbar aus in einer sehr entspannten Atmosphäre besonders im Spätherbst und an sonnigen Wintertagen, ein spannendes Surfkino betrachten. Der Strand früher lediglich bei Fischern beliebt war, wird heute besonders im Winter von sehr vielen, meist lokalen Surfen aufgesucht. Ein leichter Einstieg und saubere links und rechts brechende Wellen über recht gut liegende Sandbänke, machen ihn zu einer beliebten Anlaufstelle, sobald der Atlantik mit viel Kraft aus Süden schiebt.

Burgau ist wohl eines der schönsten und authentischen Fischerdörfchen an der Südküste der Algarve. Sein portugiesischer Charme zieht nicht nur Badeurlauber der gesamten Umgebung an den Strand. Auch immer mehr Surfer wurden in den letzten Jahren von den gut liegenden Sandbänken und den dadurch entstehenden Wellen angezogen. Was früher noch als Fischereihafen diente ist heute besonders im Sommer ein sehr beliebter Urlaubsort mit viel Flair und familiärem Ambiente. Die beiden Points, ein linker auf der linken Seite der Bucht und ein rechter auf der rechten Seite, laufen gleichermaßen NICHT konstant, doch wenn sie laufen, dann laufen sie meist sehr gut und die glasklare und meist spiegelglatte Bucht verwandelt sich in ein kleines Wellenbecken für alle Surflevels.

Eigentlich eher bekannt als ein weitläufiger Badestrand, bietet der Spot Praia da Luz gleichermaßen gute Surfbedingungen. Wo im Sommer die seltenen Surftage überwiegen, bringen in den Wintermonaten die Winterswells kräftige, gut geformte Wellen an den Strand des kleinen Ortes von Luz. Zusammen mit einem leichten Offshore-Wind, verspricht dieser Beachbreak die ein oder andere sehr gute Surfsession. Der Reefbreak vor dem gleichnamigen schwarzen Felsen (Rocha Negra) auf der linken Seite der Bucht, ist zur richtigen Tide und mit dem richtigen Swell, ein äußerst beliebter Spot bei den Locals und ist für seine schnellen und kräftigen, nicht ungefährlichen Wellen bekannt.

Maia Praia ist der 3 Kilometer lange, weiße Sandstrand von Lagos. Bei einem Swell aus Südosten bietet er viele Peaks mit entspannten Wellen für Anfänger, Fortgeschrittene sowie für erfahrene Surfer. Der Bereich bei der Mole ist gut vom Nord- und Westwind geschützt. Windsurfer und Kiter finden ein gutes Flachwasserrevier in der Lagune am östlichen Ende von Maia Praia.

Portimão gehört zu einer der touristischen Hochburgen an der Algarve. Portimão hat mehrere Spots, die alle einen großen Swell benötigen. Der Bekannteste ist Praia da Rocha, ein Beachbreak mit einer linksbrechenden Welle an der Mole und weiteren Peaks entlang des Strandes, der meist optimale Bedingungen für Anfänger und Intermediates bietet. Bei großem Südost- oder Westswell, läuft die linksbrechende Welle steil und hohl und barrelt den ein oder anderen guten Surfer.

Die Strände von Tavira befinden sich auf dem 11 km langen Dünenstrand, der der Küste vorgelagert ist. Zu den Stränden auf der Insel Ilha de Tavira fahren mehrmals täglich kleine Boote und Fähren, oder aber ihr paddelt mit dem Board einfach hinüber. Im äußersten Osten der Insel befindet sich der gleichnamige Strandabschnitt Ilha de Tavira. Er liegt auf Höhe der Stadt und ist der beste Spot an der Süd-Ostalgarve. Der Beachbreak bietet links und rechts laufende Wellen. Neben einem kräftigen Westswell oder aber einem Swell aus Südosten, bringen starke Winde (Off-shore-wehend) aus Nordwesten die Wellen hier zum Laufen.

INFOS

Im tiefsten Süden Europas befindet sich das Land, in dem sich Sehnsucht und Entschleunigung vereinen: Portugal. Und in seinem tiefsten Süden liegt die Algarve, in welcher sich globaler Tourismus und portugiesisches Lebensgefühl mit einer unvergleichlichen Landeschönheit vereinen. Hier treffen auf einer relativ kleinen Fläche von nicht mal 5.000km² kulturelle und natürliche Schätze aufeinander, die die gesamte Region zu einer europaweit unverwechselbaren machen. Die Algarve ist Portugals beliebtestes Reiseziel mit einer der wellenreichsten Küsten, atemberaubenden Klippen, sandigen Inseln und köstlichem Essen. Über 100 Strände, von gold-gelb bis karibisch weiß, erstrecken sich entlang der 200 Kilometer langen, mit wilden Felsformationen geschmückten Küstenlinie, die von der Costa Vicentina im Südwesten von Portugal bis zur spanischen Grenze im Südosten reicht.

Zusammen mit dem klaren Wasser des Atlantischen Ozeans säumt sie die südlichste Region des Landes, in welcher tief grüne Berghügel, weißgewaschene Häuser, pittoreske historische Städte und authentische Fischerdörfer das Bild bestimmen.

Ob es die jahrhundertelange Besetzung der Mauren, die reiche Seefahrer-Tradition oder die melancholischen Klänge der Fado-Gesänge sind, die Geschichte der Algarve, und ein aus dieser gut erhaltenes und reiches historisches Erbe, ist in jeder Ecke der Region zu finden und verwächst spürbar mit der geographischen Vielseitigkeit des Landes. Wer nicht in erster Linie wegen seiner zahlreichen Wellen zum Surfen in den Süden Portugals reist, wird gleichermaßen mit einem großen Angebot an Freizeit-und Sportmöglichkeiten sowie mit einer spannenden Reise in eine südeuropäische Kultur mit vielen Traditionen und unverwechselbarem Charme belohnt.

GEOGRAFIE

Die Algarve liegt im Süden Portugals und erstreckt sich mit einer Fläche von 4.996 km² entlang der südlichen Küste des Landes. Die Algarve teilt sich in drei Hauptgebiete: Den Küstenstreifen, die Gebirgsausläufer und die unbewohnten Gebirgsregionen der Gebirgszüge Monchique, Espinhaço de Cão und Caldeirão. Diese Berge nehmen 50% der Gesamtfläche der Algarve ein und schützen die Küstengebiete weitgehend vor den Nordwinden. Der höchste Punkt ist Fóia (902 m) und befindet sich auf dem Gebirgszug Monchique.

Im Norden grenzt die Algarve an die Alentejo Region, von welcher sie durch einen niedrigen Gebirgszug, der Serra de Monchique, getrennt wird. Im Westen und Süden ist die Region vom Atlantik umgeben. Aufgrund unterschiedlicher Ausrichtungen sprechen wir hier von einer Süd-West-Küste von ca. 50km, „Costa Vicentina“, von Odeceixa nach Sagres, und einer Südküste von knapp 150km von Sagres bis zur natürlichen Grenze zu Spanien, dem Fluss Guadiana.

Die Costa Vicentina sieht sich den stärksten Kräften des Atlantischen Ozeans gegenüber und ist von hohen, spektakulären Steilhängen sowie von wilden Stränden gekennzeichnet. Um den südwestlichsten Punkt Europas, dem Cabo de São Vicente, herum verliert die Küste nach und nach die hohen, Strände umgebenden Klippen und es werden die östlichen, langen Strände erreicht. Zusätzlich zu den langen Stränden, die von kleinen, geschützten Buchten durchsetzt sind, gibt es hier zwei bedeutende Marschlandschaften, die Ria Alvor und die Ria Formosa. Letztere umfasst eine Fläche von gut 18.000 Hektar und 60 km Küste. Gemeinsam mit dem Mündungsgebiet des Flusses Guadiana bilden die Marschlandschaften wichtige Naturschutzgebiete mit einem enormen ökologischen Wert für die gesamte Region.

WETTER

Portugal ist ein Land mit großer regionaler Vielfalt. Die üppigen Wälder und Gebirge im Norden und Zentrum stehen in großem Kontrast zu den trockenen Ebenen und den Küsten und Stränden der Algarve im Süden. Im Allgemeinen weist das Land das ganze Jahr über ein mäßiges Klima auf, mit langen heißen Sommern, warmen Frühlings- und Herbstmonaten und relativ milden Wintern, auch wenn die Temperaturen und die klimatischen Bedingungen jeweils von den regionalen Unterschieden bestimmt werden.

Der südliche Breitengrad Portugals ist der Grund für das mediterrane Klima des Landes, vor allem aber für das der Algarve. Hier bringt der Sommer perfekte Strandtage und sehr viel Sonnenschein mit sich. Gut 3.000 Sonnenstunden im Jahr machen die Algarve zur einer der sonnenreichsten Regionen Europas. Die Temperaturen in den Sommermonaten, die durchschnittlich bei 28°C und oft weit über 30°C liegen, erscheinen aber nur selten zu heiß, da meist eine angenehme Brise des vom Meer kommenden Windes für Abkühlung sorgt.

Die Winter in der Algarve sind im Vergleich besonders mild, mit einer Durchschnittstemperatur von 15°C und deutlich weniger Niederschlag als im Norden, auch wenn von November bis März vereinzelte Tage mit starken Regenfällen keine Seltenheit sind. Der Frühling und der Herbst bringen schönes, mildes Wetter mit sich, das sich perfekt für einen entspannten Surfurlaub außerhalb der Hauptsaison anbietet. Auch die Wassertemperaturen, die ganzjährig bereits an der Südküste des Landes deutlich höher sind als an der Westküste, steigen ab Frühling und erreichen ihren Hochpunkt meist im September bei um die 23 Grad. Bei einem Surfurlaub an der Algarve könnt ihr sogar ab und an den Wetsuit hängen lassen und erlebt, vor allem an der Südküste, den ein oder anderen Bikini- und Boardshort-Surf.

UNTERKÜNFTE

Diejenigen, die sich nicht mit ihrem umgebauten Surfbulli auf einen Roadtrip entlang der Südküste Portugals begeben und im Campingurlaub nicht unbedingt den absoluten Erholungsfaktor für sich sehen, werden an der Algarve dank eines enormen Angebotes, eine perfekte Urlaubsunterkunft finden. Von einfachen 1-Zimmer Apartments bis hin zu riesigen Fincas und traumhaften Villen mit Meerblick, familienfreundliche Resorts, Luxus,- Beach- und Spa-Hotels und ein fast schon Überangebot an Hostels und Surfcamps in allen Kategorien, ist alles vorhanden.

Die Algarve ist Portugals beliebteste Urlaubsregion, daher solltet ihr unbedingt rechtzeitig nach einer passenden Unterkunft suchen, denn die Sommermonate sind in bestimmten Orten bereits zu Anfang des Jahres ausgebucht. Wie immer gilt, sich vor der Buchung einmal genauer den Standort auf der Karte anzuschauen, denn so manch Eco-Lodge oder Finca ist weit abgelegen, was zwar den Erholungsfaktor, abseits vom Touri-Trubel, deutlich erhöht, doch ebenso die Entfernung zum Meer und dementsprechend auch zu allen anderen Ausgehmöglichkeiten vergrößert.

Mittlerweile haben sich selbst die kleinsten Fischerörtchen auf den Tourismus eingestellt und bieten eine große Auswahl an verschiedenen Unterkünften. So auch Burgau, ein sehr beliebter und beschaulicher Fischerort an der Südküste. Dennoch hat der Ort, wo sich auch die WAVE CULTURE Surflodge befindet, nichts von seinem portugiesischen Charme eingebüßt – im Gegenteil. Er lockt mit vielen Restaurants, Bars und Shops, in denen sich auch die Einheimischen in einem authentischen und familiären Ambiente zu ihrem täglichen Plausch treffen.

ESSEN UND TRINKEN

Ob gegrillt, gebraten, gekocht oder am Spieß, ob mit Salat oder zur Pasta – Fisch ist die Nummer eins an der Algarve. Und gespeist wird am besten in den unspektakulärsten Lokalen.

Zwar gibt es eine Reihe von Restaurants die italienische, indische oder chinesische Küche anbieten, aber der Großteil ist erfreulicherweise von landestypischer Natur und ihre Menüs von Fisch und Meeresfrüchten bestimmt. Der Fischfang ist eine der ältesten Traditionen des Landes, besonders lohnenswert ist ein Besuch eines Fischmarkts: Die Auswahl, die da auf triefenden Tischen ausgebreitet ist, versetzt jeden Betrachter in gehöriges Staunen. Hilfsbereit wird euch hier auch gerne erklärt, wie ihr welchen Fisch am besten zubereitet, brät oder grillt. Wer sich aber die Arbeit sparen will, profitiert in den Restaurants von dieser Fisch- und Meeresfrüchtevielfalt. Erst recht, wenn ihr euch an die typischen Spezialitäten der Algarve heranwagt.

Klassisch sind Cataplana-Gerichte: Da wird in einem geschlossenen Behälter, der einem außerirdischen Flugobjekt gleicht, zusammen gedämpft, was die Küche gerade hergibt, Gemüse, Fisch, Meeresfrüchte, dazu Wurststücke (chouriço) oder Fleisch. Hört sich mächtig an? Ist es auch, aber neben Arroz de marisco (eine Reisplatte mit Meeresfrüchten) und Bacalhau com natas (mit viel Sahne, Zwiebeln und Knoblauch zubereiteter Stockfisch) eines von Portugals Nationalessen und eine besondere kulinarische Erfahrung.

Die Algarve bringt fast die gesamte Muschelernte des Landes hervor, überall gibt es Amêijoas (Herzmuscheln, meist in Weißwein mit viel Knoblauch und Koriander gekocht), Mexilhões (Miesmuscheln) und wie Hühnerfüße aussehende Krebstierchen namens Percebes (Entenmuscheln). Als Vorspeise oder einfach zwischendurch – am besten mit einem Bier dazu oder einem kühlen Vinho Verde (junger, spritziger Sommerwein) – sind sie ein absoluter Hochgenuss. Ebenfalls ein gutes Zwischengericht und auch perfekter After-Surf-Snack sind Bifanas, dünne Schweinefleischscheiben, mit viel Knoblauch durchgebraten und in ein Brötchen eingelegt.

In Portugal gibt es Weine, die es mit denen aus Italien, Frankreich oder Spanien aufnehmen können. Überall könnt ihr getrost den Hauswein bestellen, der meist sehr günstig und sogar recht gut ist. Folgende Weinregionen sind beachtenswert – unter ihnen vor allem die Rotweine: Dão, Douro, Bairrada, Alentejo. Aber auch an der Algarve selbst gibt es Weingüter bei Tavira, Albufeira und Lagos. Eine besondere Rolle spielt der Portwein. Er wird aus mehreren guten Weinen gemischt und erhält durch die Anreicherung mit Brandy seinen typisch süßlichen Geschmack. Meist so gut, dass man sogar am nächsten Tag, im Zuge seiner Nachwirkungen, noch etwas davon hat. Wer eine morgendliche Surf-Session aussetzen musste, hat vielleicht am Abend davor das ein oder andere kalte Sagres zuviel gehabt oder aber ist auf den Geschmack des Medronhos gekommen. Der starke Schnaps vom Erdbeerbaum hat es nämlich ganz schön in sich und ist als Digestif sowie als Absacker sehr beliebt.

Autoren: Stefan Strauss & Tine Dlugosch