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Surfing Lombok

Wellenreiten auf LombokBei Regenschauer und kühlen 15°C verabschieden wir uns von Europa mit Ziel Lombok Indonesien. Gespannt steigen wir nach 14 Stunden Flug an unserer Stop-Over Destination Bali aus dem Flieger. Genervt von Flug, schwüler Hitze und dem Getümmel am Flughafen, sind wir erst einmal froh, dass wir uns nicht dem allgemeinen Kampf ums Taxi anschließen müssen. Die Jungs vom Surfcamp haben uns nämlich zum Übernachtungstipp auch gleich unser persönliches Shuttle organisiert.Wellenreiten auf Lombok

Kuta Bali empfängt uns dann mit einem Schlag ins Gesicht. Statt einem idyllischen Tropenparadies finden wir eine pulsierende Partystadt, eine Mischung aus Ibiza und Mallorca mitten in Südostasien. Unzählige Surfshops, stinkende Motorräder, mit Surfboards beladene Jeeps, Hindu Prozessionen, Pferdekutschen, stets lächelnde Straßenhändler und jede Menge Touristen bestimmen das Bild der engen Strassen. Eingerahmt wird dieses Szenario durch ein süßliches Duftgemenge das einen an jeder Ecke dieser Insel umgibt. Klar, dass wir gleich in alle Touristenfallen hineinrennen, vor denen uns gewarnt wurde. Aber Regeln gibt es hier nicht und jeder Reisende muss hier seine eigenen Erfahrungen sammeln und die kosten eben ein paar Rupies.

Am nächsten Morgen brechen wir Richtung Lombok auf. Aus der kleinen Propellermaschine haben wir einen herrlichen Ausblick auf Bali das natürlich nicht mit Kuta gleichgesetzt werden darf und unglaublich viele Schönheiten zu bieten hat. Nachdem wir phantastisch grüne Reisterassen und einige Tempel überflogen haben können wir Famous Uluwatu erkennen, dessen perfekte Lines wie an einem Lineal gezogen auf die Bukit Halbinsel zurollen. Padang, Impossibles, Bingin, Dreamland und Belangan scheinen ebenfalls perfekt zu laufen. Nach ca. 20 Flugminuten über die Walace Linie, der stärksten Meeresströmung überhaupt, taucht bereits Lombok, unser eigentliches Ziel auf.

Bereits vom Flieger aus können wir weissandige Buchten, riesige Korallengärten, das mächtige Vulkanmassiv und natürlich Wellen erkennen. Vorbei am beeindruckenden 3.726 Meter hohen Vulkan Gunung Rinjani landen wir schließlich auf der "Chili Pfeffer" Insel, wie die sinngemäße Übersetzung lautet. Lombok sei wie immer wieder behauptet wird "wie Bali aber ohne Touristen". Dies ist sicherlich nicht ganz zutreffend. Allein im Glauben unterscheiden sich die beiden Inseln extrem. Während auf Bali die Hindu-Dharma Religion vorherrscht wurde die ursprünglichste Bevölkerung Lomboks, die Sasaks, bereits im 17. Jahrhundert mit dem Islam konfrontiert. Dies ist bis heute die vorherrschende Glaubensrichtung, wenn auch der alte animistische Glaube der Sasaks eine gewichtige Rolle spielt. Lombok ist ursprünglicher und stiller. Auf den Strassen sieht man noch die Cidomos, einspännige Pferdewagen, und alles scheint irgendwie langsamer zu gehen.

Am Flughafen werden wir bereits von unserem Fahrer erwartet, der uns zu unserer Unterkunft bringt. Nachdem wir die ersten Eindrücke und den Begrüßungscocktail mit einem Strandspaziergang verdaut haben, lassen wir den Tag gemütlich am Pool ausklingen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen und einem kurzen Briefing durch unseren Surfguide sitzen wir - mit Boards beladenen - schon im Jeep. Den ersten Stopp machen wir an einer traumhaften Bucht mit türkis farbenem Wasser. Die Anfänger bleiben hier, während die fortgeschrittenen Surfer nach Grupuk weiterfahren.

Mit "hello my friend" und "ombak besar" empfängt uns Rasta mit seinem Outrigger Boot. Das die Jungs hier aber nicht nur mit ihren Booten sondern auch mit Surfboards umgehen können, davon kann ich mich später am Spot überzeugen. Rasta bringt uns zu einem perfekten Peakbreak mit einfachem Take-off - genau das, was ich suche. Der Anker wird nur ca. 30 Meter vom Line-Up geworfen und so können wir uns erst einmal alles genau ansehen. Adam erklärt uns noch, wo der Channel verläuft und auf was wir achten sollen, dann geht's los. Im Line-Up herrscht wirklich relaxte Stimmung. Die Locals sind alle freundlich und statt Logos auf ihren vergilbten Boards haben sie alle nur Stoke in den Augen. Nach einer perfekten Session bringt uns Rasta zurück zur Station, wo unsere Anfänger schon mit "Lombok Coffee" warten.

Nasi Goreng, Bier und Lobeshymnen auf die perfekt laufenden Wellen schließen unsere Tage auf Lombok ab. Wer am Abend noch Party oder Disco sucht, der wird enttäuscht. Lediglich die Live Gigs einer Local -Band, die bevorzugt Nirvana Songs rocken, sorgen für etwas Abwechslung. Adam, Rasta und Philip betreuen uns wirklich gut und können immer wichtige Tipps und Hilfen geben. Wer nach dem Surf keinen Bock auf Beach hat, dem zeigte Philip noch paradiesische menschenleere Buchten zum Schnorcheln und Baden. Am 4. Tag läuft dann ohne jegliche Vorankündigung der erste große Swell herein. Auf einmal tauchen überall surfbare Wellen auf und wir haben freie Auswahl. Unsere Guides kennen natürlich alle Spots und wissen genau, wo wir wann sein müssen, um den perfekten Surf zu erleben.

Unser Aufenthalt soll jedoch nicht nur aus Surfen bestehen. Dafür bietet diese Insel einfach zu viel.

Durch die lokalen Kontakte und den Sasaks im Surfcamp-Team bekommen wir einen ganz anderen Zugang zu den Einheimischen. Wir dürfen als Gäste einer original Sasak-Hochzeit beiwohnen und bekommen Einblick in das Leben der Familien, deren Alltag aus Ernten und Fischen besteht. Wir lernen einiges über Traditionen wie Stickfight oder Hahnenkampf. Auf verschiedenen Inseltrips zeigt uns Adam noch viel von seiner Heimat. Tempel, Moscheen, Affen, Wasserfälle, Fischmarkt, Handwerkskunst, gepaart mit herrlichen Badebuchten lassen sogar die "Todesangst", die beim Autofahren in Indonesien immer dabei ist, vergessen.

Die 3 Wochen vergehen wie im Flug und auf diesem, nämlich unserem Rückflug befinden wir uns schon wieder. Viele Erlebnisse und Kleinigkeiten werden uns im Kopf bleiben. Die vergilbten Boards der Einheimischen, die aus alten gebrochenen Boards von Touristen reshaped werden, die weißen Strände, die türkisblauen Wellen, der frische Fisch, die Blumen, das süße Obst, die farbenfrohen Gewänder und die Kids, die unter Palmen auf einer tropischen Insel und in einem Dorf lächelnder Gesichter aufwachsen.

Bilder zum Thema: Links zum Thema:

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