Surfspots Sylt

Karte Wellenreiten SyltDiese zickige Nordsee, geliebt oder gehasst. Viele deutsche Surfer, gerade wenn sie aus Mittel- oder Süddeutschland kommen, fahren wegen der Wellensicherheit lieber an den Atlantik. Berechtigterweise, denn auf Sylt ist gar nichts sicher. Wer meint, laut Wetterkarte schnell mal einen Surftrip zur Nordsee zu starten wird merken, dass dieses kaum möglich ist. Selbst vor Ort muss man flink sein, um die guten Sessions abzupassen, denn oft ist nach wenigen Stunden der Spuk vorbei. Aber wer es dennoch erlebt, weiß, dass man auch auf Sylt viel Spaß haben kann.

Sylt ist die größte und nördlichste der Nordfriesischen Inseln. Die Westküste bietet einen ca. 40 km langen und durchgehenden Sandstrand. An den Enden ist es wegen starker Gezeitenströmungen lebensgefährlich zu surfen. In der Mitte bei Westerland liegt der Brandenburger Strand, der westlichste Punkt der Insel. Nach Norden und Süden fallen die Enden gen Osten zurück. Das ist interessant, weil dadurch je nach Wetterlage die Nord- oder Südseite besser läuft. Wird es vor den Ortschaften zu voll, gibt es dazwischen genügend Platz um alleine auf einer Sandbank zu sitzen.

Die Surfsaison beginnt und endet bei ca. 10 °C Wassertemperatur, also Anfang Mai bis Ende Oktober. Im Winter gibt es dummerweise fast täglich Druckwellen, bei 5 °C und weniger ist dies allerdings nur etwas für harte Hunde. Im Sommer steigt die Temperatur gemeinsam mit dem Partyfaktor, und die Wellenkonstantheit nimmt ab.

Surfshops gibt es in Westerland gleich mehrere. Boardrider Club, Surfline Sylt und Roots. Alle haben Hardstuff auf Lager. Die beste Auswahl jedoch hat Bunker Benck. In den goldenen 80er Windsurfjahren waren die Jungs von Paradise Customs Sylt mit über 400 Boards pro Jahr fix mal Deutschlands größte custom-made Schmiede. Der alte Bunker ist heute Lager und Ronald's Shop findet man nun am Lister Hafen. Ebenso ist er der einzige Windsurfshop auf der Insel! Paradise-Shaper Gero baut heute für viele namenhafte Firmen - vorwiegend Wellenreitboards. Auch schnitzt und kreiert er zusammen mit Thomas Lange die Fatum Boards. Die Boardschmiede King Tide, die einst in ihrer kleinen kultigen Garage in Westerland zu finden war, hat sich nun mit einem Shop in Wenningstedt niedergelassen. Als Shaper für King Tide ist unter anderem Colin Patterson mit am Start.

Das Nachtleben spielt sich, wenn nicht am Strand, in Westerland City ab. Der Surfkult der 80er haftet immer noch der Bar "American" an. Wer Alkohol tanken und abtanzen möchte, findet viele Freunde im Rock Island. Dort fliegt man auch nicht gleich raus, wenn mal das Glas herunterfällt.

Für die Surfernahrung bieten Aldi und Lidl in Tinnum eine gute Location. Nach oben ist den Preisen natürlich keine Grenze gesetzt. Wer billig wohnen möchte, sollte im Sommer lieber in einem Strandkorb schlafen.

Die Surfspots einzeln vorzustellen ist recht überflüssig, da sich die Sandbänke ständig verändern und somit ist es mal hier mal dort besser. Die Buhnen bieten nicht nur perfekte Peaks, wenn sie stark versandet sind, sondern auch gute Tracker zum Hinauspaddeln. Wenn man Glück hat, dann kann man an solchen Örtchen auch mal nette kleine Tubes haben.

Text: Friethjof Gauss

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