///Costa Rica: Das tropische Paradies für Surfer

Costa Rica: Das tropische Paradies für Surfer

Hunderte Strände erstrecken sich entlang der Küsten Zentralamerikas. Die sprichwörtlich reichste unter ihnen trägt ihren Namen nur zu Recht: Costa Rica — das grüne Paradies, eingerahmt zwischen Karibischen Meer und Pazifik. Außer einer überwältigenden Naturschönheit bietet dieser schmale Landstreifen auch ein breites Spektrum an erstklassigen Wellen. Ob Anfänger oder Surfcrack, ob Beach- oder Reefbreak – für Surfer aller Levels gibt es das ganze Jahr über die passende Welle.

„Pura Vida!“ – Ein Spruch für alle Gelegenheiten. Doch schnell wird klar, dass es sich hierbei nicht nur schlicht um eine Begrüßungsfloskel oder Ausdruck spontaner Freude der Einheimischen, der Ticos, handelt. „Pura Vida“, was so viel bedeutet wie „so ist das Leben“, ist ein Lebensgefühl, das sich jedem schnell erschließt auf einer Reise durch eine der vielseitigsten Landschaften der Welt. Eingeklemmt zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Süden, überzeugt Costa Rica mit der Vielfalt und Schönheit seiner Natur. Seine malerische Pazifikküste und seine feuchtheiße Karibikküste schließen das ein, was man wohl den Schaukasten der schönsten Naturphänomene bezeichnen kann: Paradiesische Stände, tropische Regenwälder, exotische Tiere, aktive Vulkane, grüne Berghänge mit tiefen Schluchten und Flusstäler mit rauschenden Wasserfällen. Ein ausgedehnter Besuch dieses Landes lohnt sich immer und dies nicht nur aufgrund seiner ausgezeichneten Wellen zum Surfen.

SURFEN

Costa Rica wird im Osten vom Atlantischen Ozean – dem Karibischen Meer – und im Westen vom Pazifischen Ozean begrenzt. Die geografische Lage hat den besonderen Vorteil, dass ganzjährig konstant Swells auf seine Küsten treffen.

Von Nicaragua nach Panama erstreckt sich die mehr als 1.000 Kilometer lange Pazifikküste auf der einen Seite, auf der anderen die feuchtheiße und rund 200 Kilometer lange Karibikküste. Während die Ozeane an der schmalsten Stelle des Landes nur gerade mal 100 Kilometer voneinander entfernt sind, überzeugt der Kurze weg mit einer unvergleichlichen Vielfalt, die sich einem bereits beim Landeanflug über der Hauptstadt San José erschließt: Gigantische und üppig bewaldete Bergrücken bis zu 3.800 Metern Höhe im Landesinneren, noch aktive Vulkane und undurchdringliche Sumpflandschaften im Nordosten, Urwälder im Süden und eine Trockenheit aus schwarzem Sand und Gräsern im Nordwesten — ein Mix aus Naturphänomenen, denen man nur selten so nah bei einander begegnet.

Doch die „Schweiz Lateinamerikas“ überzeugt uns nicht nur mit einer einmaligen Landschaft. Sie lockt uns mit ganzjährig warmen Boardshort-Temperaturen und einem enormen Wellenrepertoire an allen Küsten – unter ihnen drei der bekanntesten und besten Wellen der Welt. Von anfängertauglichen Beachbreaks, über freundliche Point- und Reefbreaks für Intermediates an der der Westküste, bis hin zu legendären Wellen an der Atlantikküste, die über das einzige noch lebende Korallenriff des Landes rollen und den erfahrenen Surfer unter uns unvergessliche Rides ermöglichen, ist für jeden und jedes Niveau etwas dabei. Ganzjährig erwarten euch Wellen, doch der Surftrip sollte abhängig von eurem Surfniveau gut durchdacht und zwischen Trocken- und Regenzeit bewusst gewählt werden.

Um euch einen besseren Überblick zu geben, teilen wir die Surfspots Costa Ricas in vier Großregionen: Die Nordpazifikküste, die Zentralpazifikküste, die Südpazifikküste und die Atlantikküste mit dem Karibischen Meer oder auch Karibikküste. Je nach Jahreszeit werden die Küsten heftiger und weniger heftig von verschiedenen Dünungen des pazifischen und atlantischen Ozeans beeinflusst.

Wer die Pazifikküste und seine legendären Spots – wie unter anderem Pavones – unter kräftigen Südswells erleben möchte, der muss matschige Straßen und starke Regenfälle in Kauf nehmen, wird aber in der Regenzeit zwischen Mai und November mit dem Surf seines Lebens belohnt. Für die Karibikseite solltet ihr in dieser Zeit die Wind- und Wellenvorhersage immer gut prüfen, denn auch wenn Swell-Richtung und Größe verführerisch wirken, können starke Winde aus dem Karibischen Meer einen Strich durch die Rechnung machen. Etwas kleiner wird es an der Pazifikküste zur Trockenzeit zwischen Dezember und April, in welcher die Nordswells schöne, mittelgroße Welle bringen und uns Winterflüchtlinge mit herrlichem Wetter locken. Doch auch die Atlantik-Spots der Karibikseite überzeugen zwischen Dezember und April mit Weltklasse Wellen, wie unter anderem Salsa Brava. Wenn bei uns der klirrend kalte Winter einschlägt, herrscht in Costa Rica sonnig warmes bis heißes Wetter, der Atlantik arbeitet in Höchstform und das schmale Stück Land zwischen Nicaragua und Panama garantiert Wellen für alle Niveaus.


NORDPAZIFISCHE KÜSTE

Perfekte Point- und Beachbreaks reihen sich entlang der nordpazifischen Küste Costa Ricas. In der Trockenzeit weht hier stets ein leichter Offshore Wind, der perfekte und teils sehr steile Wellenwände formt.

Playa Tamarindo – Die Bucht von Tamarindo in und um seine Flussmündung ist eine gute Ausgangsbasis für die Spots in der Umgebung und eignet sich besonders gut zum Wellenreiten lernen. Direkt in der Flussmündung läuft eine lange rechte Welle über eine konstante Sandbank, von der viele bereits angesiedelte Surfschulen profitieren. Für Fortgeschrittene bricht eine kräftige Rechte über ein flaches Riff und nur zwei Kilometer südlich liegt Playa Langosta, ein knackiger Beachbreak, der an guten Tagen mit einer schnellen, hohlen Linken überzeugt.

Playa Grande – nördlich des Hauptstrandes Playa Tamarindo befindet sich der Strand Playa Grande. Schnelle, steile Tubes brechen hier ganzjährig über den Sand. In der Trockenzeit findet man perfekte Bedingungen vor allem bei etwa 4 – 7 Fuß großen Wellen und High Tide. In der Regenzeit empfehlen wir euch diesen Spot am Morgen oder Nachmittag bei auflaufender, mittlerer Tide zu surfen.

Playa Avellanas – El Estero (die Flussmündung), Little Hawaii oder El Parqueo sind nur einige der zahlreichen Spots, welche der Strand von Avellanas zu den unterschiedlichen Tiden bietet. Über sandigem oder steinigem Untergrund brechen rechte und linke Wellen sowie A-Frames für alle Surfniveaus. Je nach Können und Bedingungen findet jeder Surfer am Playa Avellanas die für sich perfekten Wellen, was diesen Strand besonders beliebt bei Anfängern und Intermediates macht und daher manchmal auch sehr voll sein kann. Der einzige Nachteil ist leider die recht schwierige Anfahrt von Tamarindo aus, doch für gute Wellen, nimmt man das ja gerne auf sich.

Playa Negra – gilt als einer der besten Pointbreaks und Riffwellen Costa Ricas. Südlich von Avellanas gelegen könnt ihr diese Welle zu fast allen Gezeiten surfen. Auch wenn man dem Riff bei Low Tide relativ nahekommt, lohnt sich das Risiko und ihr werdet mit einigen sauberen Barrels belohnt. Zudem ist es deutlich leerer auf dem Wasser als bei Mid- und Hightide. Durch den scharfen und relativ flachen Untergrund der Welle, ist dieser Surfspot nur für erfahrene Wellenreiter geeignet. Ein Blick weiter südlich lohnt sich, denn dort befindet sich ein kleiner Sandstrand, der für die Nicht-Profis unter uns genauso viel Spaß bringt und an guten Tagen sehr wellenreich ist.

Playa Naranjo – Im Bezirk von Guanacaste liegt inmitten des Santa Rosa Nationalparks der Playa Naranjo, bei den meisten von uns eher bekannt als Witch´s Rock. Dieser Spot wurde durch einen der wohl bekanntesten Surffilme aller Zeiten, „The Endless Sumer“, berühmt und fasziniert neben grandiosen rechtsbrechenden Barrels mit einer einmaligen Szenerie. Die Roca Bruja, eine riesige Felswand, ragt weit hoch über dem Wasserspiegel. Sie scheint wie aus dem Meeresboden gewachsen, um jede von uns gerittene Welle genauestens observieren zu können. Man kann es nicht anders sagen: Die Wellen von Witch´s Rock sind exzellent, besonders in der besten Surfsaison zwischen Dezember und April. Was viele als Nachteil sehen, ist vermutlich die Lage des Spots, denn inmitten des riesigen Nationalparks, liegt Witch´s Rock regelrecht im Nirgendwo. Ein Trip hier her bedarf einer ausgiebigen Vorbereitung. Euer Wagen sollte unbedingt Allradantrieb haben, denn schneller als im zweiten Gang kommt man kaum über die steinigen und sandigen Wege und sollte es Ende April auch schon regnen, wird’s ziemlich matschig und die Flussbetten steigen an. Neben ausreichender Verpflegung für die gesamte Zeit eures Aufenthaltes und sehr viel Wasser, bringt euch etwas zum Schutz gegen die Moskitos und unbedingt genügend Zelte, Tücher oder Planen mit, um euch Schatten zu schaffen. Der Zeltplatz liegt in einer sehr lichten Umgebung, sodass die Sonne immer ihren Weg findet und die Hitze einem die letzte Energie raubt. Diese braucht ihr nämlich, um die Barrels eures Lebens in einem leeren Line-Up zu catchen. Der gesamte Trip wird zu einem unvergesslichen Abenteuer: Ihr campt mitten im Dschungel, macht Bekanntschaften mit Waschbären, Affen, Leguanen, Rehen und sogar Alligatoren und surft eine Tube nach der nächsten mit euren Kumpels. Witch´s Rock sollte bei keinem erfahrenen Surfer auf der Costa Rica Surfspot-Liste fehlen. Wem das ganze Abenteuer nicht geheuer ist, kann diese Welle trotzdem surfen. Mit dem Boot geht’s von Tamarindo aus direkt ins Line-Up — eine relativ kostspielige Investition, aber manche Wellen sind es eben wert.

Ollie´s Point – kämpft man sich durch den Nationalpark weiter Richtung Norden, gelangt man zu Ollie´s Point, ein rechter Pointbreak, an der Grenze zu Nicaragua. Der Take-Off sollte hier sitzen, denn der Peak befindet sich unmittelbar neben einer Reihe scharfer Felsen, mit denen man ja ungern Kontakt haben will. Einmal drauf, ist der Einstieg relativ langsam bis die Welle sich dann wieder aufbäumt und gefühlt endlos lang bis zum Strand über einen steinigen Untergrund rollt. Auch hier kann man die abenteuerliche Anfahrt umgehen und sich von vielen Bootstouren mitten im Line-Up absetzen lassen.

Halbinsel Nicoya – Surfen in Santa Teresa und Mal Pais ist perfekt für jedes Niveau! Ob Anfänger oder Fortgeschrittener, jeder Surfer findet unter den unzähligen Peaks, die dieser Beachbreak bietet, genau den Richtigen für sich. Kleine und mittlere Swells (4-7 ft) eine niedrige Tide bringen den perfekten Surfspaß und wenn´s zur letzten Stunde auf dem Wasser doch mal zu voll wird, genießt man den wunderschönen Sonnenuntergang einfach vom Strand aus.

ZENTRALPAZIFISCHE KÜSTE

Die zentralpazifische Küste gilt als die konstanteste Wellenregion des Landes. Dünungen aus allen Richtungen treffen hier ein und sorgen so das gesamte Jahr über für eine wellenreiche Küste. Aufgrund ihrer guten Erreichbarkeit und der Nähe zur Hauptstadt San José, ist dieser Teil der Pazifikküste besonders beliebt und jeden Tag von vielen Surfern besucht.

Playa Jacó – Besonders in der Trockenzeit ist dieser Strand ein perfekter Ort, um das Surfen zu erlernen. Ein relativ harmloser Fun-Beachbreak, der lediglich zur Regenzeit bei starkem Südswell anspruchsvoll wird. Ganzjährig kann man hier seine Wellen catchen, also sollte man auf dem Weg in den Süden unbedingt einen kleinen Stopp einlegen.

Playa Hermosa (de Jacó) – Am Playa Hermosa de Jacó erwarten euch 10 km Strand mit unterschiedlichen Spots, von denen meist nicht alle bekannt sind. Von Terrazas del Pacifico geht es über den Backyard, El Almendro und La Curva nach Tulín – nach Süden hin wird der Strand immer länger und die Wellen brechen immer weiter draußen. Wo ihr vor dem Backyard nach nur wenigen Paddelzügen schon im Line-Up sitzt und dann eine schnelle, steile Welle und häufige Tubes findet, duck-dived ihr in Tulín am Ende des Strandes deutlich länger, um dann eine längere und nicht ganz so steile Welle zu surfen.

Playa Esterillos – Bei Longboardern sehr bliebt ist die lange und seicht laufende Welle am vorgelagerten Steinriff des Playa Esterillos Oeste. Wenn ihr vom Playa Hermosa aus kommt, nehmt ihr einfach die erste Einfahrt – ihr könnt es nicht verpassen. Aber auch hier gilt es unbedingt den Tidenstand zu beachten, denn bei Low Tide, liegt das Riff sehr frei und seine Bekanntschaft ist nicht empfehlenswert. Sollte man dennoch zur falschen Zeit ankommen, nutzt ihr diese einfach und fahrt weiter gen Süden. Nächste Station: Playa Esterillos Este, ein netter Beachbreak, der, wenn die Sandbänke gut liegen, traumhafte A-Frames formt und ab Intermediate-Surfniveau sehr viel Freude bringt.

SÜDPAZIFISCHE KÜSTE

Tropischer Regenwälder, exotische Tiere und eine endlos lange Straße, die in einer der längsten linken Wellen der Welt endet – ungefähr so könnt ihr euch den Süden Costa Ricas vorstellen. Auf eurem Weg zur wahrscheinlich längsten Welle eures Leben, kommt ihr am Playa Dominical vorbei, wo ihr euch schon mal einen kleinen Vorgeschmack holen könnt.

Playa Dominical trumpft mit kräftigen und schnellen Wellen, absoluten Shorebreak- Qualitäten und ist ab einer bestimmten Größe nichts mehr für Anfänger, denn der Take-Off sollte schnell und der erste Turn gut sitzen, sonst wird man relativ gnadnlos vernascht und von der Lippe in den flachen Sand gehauen. Dominical ist wohl der konstanteste Beachbreak in Costa Rica und läuft fast täglich, rund um die Uhr. Wenn es an guten Tagen mal zu voll sein sollte, bietet dieser Strandabschnitt genügend Peaks und Ausweichmöglichkeiten, bevor es dann weiter nach Pavones geht.

Pavones zählt wohl zu den berühmtesten Linkswelle der Welt, denn während der Regenzeit und bei perfektem Südswell kann diese Linke bis zu 3 Minuten laufen und euch euren Traum eines „never-ending rides“ erfüllen. Das einzige Manko hierbei ist leider, dass der Ein- und Ausstieg über glatte Felskiesel sehr einfach ist, was dementsprechend viele Gleichgesinnte mit ins Line-Up bringt. Aber das nimmt man ja gerne mal in Kauf, für den Traum eines zitternden Oberschenkels nach einem 3 Minuten Ritt, oder?

KARIBISCHE KÜSTE

Treffpunkt für alle Surfer an der Karibikküste ist Puerto Viejo. Während sich hier insbesondere in den Monaten zwischen Dezember und Februar die gesamte örtliche Surfszene tummelt und sich bei Caribbean-Reggae-Atmosphäre lediglich den Wellen und dem Nichtstun widmet, können diejenigen mit erhöhtem Forscherdrang sich den Küstenstreifen rund um Limón in Richtung Nicaragua vornehmen, denn hier befinden sich alle paar hundert Meter Spots, die nur selten bis nie gesurft werden.

Limón – Vor den Toren der Stadt liegt La Isla Uvita, ein sehr scharfes, flaches Riff mit schnellen, steilen Wellen, die wir nur den Experten unter euch empfehlen. Etwa 7 Kilometer nördlich von Limón liegt der Strand Playa Bonita. Der hier hohl brechende Pointbreak läuft über ein Riff, dass bei Low Tide nicht zu unterschätzen ist. Auf der anderen Seite der Bucht findet ihr Cocaine Point, eine schnelle Rechte Riffwelle.

Puerto Viejo – Wer den abenteuerlichen Spots und des atlantischen Küstenabschnitts zwischen Limón und Nicaragua nicht nachgehen möchte, verweilt einfach einige Zeit in Puerto Viejo, denn die hiesige Hippie-Kommune lockt mit ihrem Bacardi-Werbung-Flair und malerischen Buchten, die sich weiter südlich Richtung Manzanillo reihen und Wellen für jedes Niveau liefern. Aber die bekannteste Welle am Ort, mitten im Herzen des „alten Hafens“, ist Salsa Brava. Ihr Name, auf deutsch „scharfe Soße“, lässt bereits darauf schließen, dass es sich nicht um eine Easy-Going Longboarder-Welle handelt und nur von erfahrenen Surfern angepaddelt werden sollte. Salsa Brava läuft mit viel Power über das einzige noch lebende Korallenriff Costa Ricas und zählt zu einer der besten und sehr gefährlichen Wellen weltweit. Gebrochene Boards und brennende Wunden stehen bei guten Bedingungen an der Tagesordnung. Die tubende Rechtswelle ist allerdings viel zu gut, um nicht doch ein paar Reefcuts zu riskieren und ein Andenken an diese Karibikwelle mit nach Hause zu nehmen.

INFOS

Die Geschichte Costa Ricas gilt als eine der friedlichsten. Eine „dauerhaft aktive und unbewaffnete Neutralität“, welcher sich das Land 1983 angesichts damaliger Konflikte verschrieb, entwickelte sich zu einem entspannten Lebensbewusstsein, welches kaum vergleichbar ist. Die Kultur und das Hang-Loose-Gemüt der Ticos und Ticas, wie sich die Costa-Ricaner selbst nennen, ist geprägt von einer unermesslichen Gelassenheit, gar Passivität gegenüber jeglicher Probleme, zum Wohle der Gesundheit, zum Schutze der Natur, zur Liebe des Lebens. Pura Vida! Wo umliegende Länder noch heute unter Unruhen leiden, befindet sich Costa Rica seit den 50ern in einer stabilen Demokratie und überzeugt seither mit politischen Förderungen zugunsten der Bildung und Gesundheit und einer konsequenten Umweltpolitik. Naturschutz wird hier besonders großgeschrieben. Mehr als 160 Schutzgebiete, Nationalparks, Naturschutzgebiete und biologische Reservate erschließen knapp 30% der Gesamtfläche des Landes und erhalten so seinen hohen biologischen Reichtum an Pflanzen, exotischen Tieren und verschiedener Landschaftsformen.

GEOGRAFIE

Als schmaler Landstreifen umfasst das kleine zentralamerikanische Land, auch bekannt als die „Schweiz Zentralamerikas“, eine Fläche von knapp 51.000km², eingeklemmt zwischen Nicaragua im Norden und Panama im Süden. Seine Küsten münden in zwei Weltmeere, was es für uns Surfer so besonders macht: Im Westen liegt der Pazifischen Ozean und im Osten das Karibische Meer, ein Nebenmeer vom Atlantischen Ozean. Während die Karibische Küste relativ gerade verläuft, verwinkelt sich die gegenüberliegende Seite und variiert mit unzähligen Buchten und den zwei Halbinseln Nicoya und Osa.

WETTER

Das costa-ricanische Klima ist tropisch bis subtropisch. Es lässt sich teilen in eine immerfeuchte Atlantikregion und eine wechselfeuchte Pazifikregion. Durch variierende Höhenlagen und verschiedene Ökosysteme, treffen wir auf Mikroklima, dass eine Reise durch das Land umso abwechslungsreicher macht. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Costa Rica ganzjährig bereist werden kann – Angst vor klirrender Kälte oder Schneegestöber braucht ihr hier auf jeden Fall nicht zu haben. Das Einzige, was man bedenken sollte, besonders wenn man viel vom Land sehen möchte und nicht lange an einem Ort verweilt, dass die Fortbewegung in Costa Rica in der Regenzeit durch matschige Straßen und plötzliche Regenfälle erschwert wird.

Das Jahr lässt in zwei Wetterlagen unterteilen: Die sogenannte Regenzeit, in der es von Mai bis November viel regnet, und die Trockenzeit, in der es kaum regnet, Dezember bis April. Aber auch in diesen Monaten kann es je nach Region und Mikroklima zu ebenso starken Regenfällen kommen wie im restlichen Jahr. Die sogenannten „Tropengüsse“ fallen meist nur für 2-3 Stunden am Nachmittag. Nachdem ihr aber schon einen sonnig heißen Tag am Strand genießen konntet, ist eine kleine Abkühlung gar nicht so schlecht. Im Oktober und November sollte man aber damit rechnen, dass die Regenfälle an der Pazifikküste auch mal einen ganzen Tag anhalten können – nur gut, dass wir ja eh die meiste Zeit im Wasser sind.

Auf der Karibikseite verhält es sich in etwa umgekehrt: Juni bis Oktober und Januar bis März sind relativ trocken, obwohl die Niederschlagswahrscheinlichkeit im atlantischen Einzugsgebiet deutlich höher ist. Als Tipp: Solltet ihr zwischen Januar und März einen Trip planen und euch viel auf der Halbinsel Nicoya, Mal Pais oder Santa Teresa, aufhalten, benötigt ihr mehr Shirts im Wasser als an Land. Die Luft ist brühend heiß, der Schweiß rinnt und der Staub in Santa Teresa steht in der Luft, so dass man seine T-Shirts mehr zum Schutz gegen die Sonne auf dem Wasser trägt als auf der Straße.

SPRACHE

Die offizielle Landessprache in Costa Rica ist Spanisch. Aber wenn man denkt, man kommt mit seinem Schulspanisch weit, wird man leider schnell enttäuscht. Auch wenn die Ticos einem meist entgegenkommen, hat ihre Sprache besondere Eigenarten. Wo man in anderen Gegenden von einem Dialekt oder Slang spricht, greift hier ein völlig eigenständiges Vokabular, das das Standard-Spanisch in vielen Momenten komplett ersetzt. Kommt man dennoch mit den gängigen Begriffen um die Ecke, verstehen sie einen trotzdem – andersherum sieht es allerdings ein wenig schwieriger aus. Wie gut, dass man sich hier auch weitgehend auf Englisch verständigen kann. Besonders an der Atlantikküste sind Englisch und eine englisch-basierte Kreolsprache sehr weit verbreitet. Der boomende Tourismus aus den USA verstärken den Gebrauch der Sprache natürlich sehr. Alles in Allem, kommt man hier sehr gut zurecht, solange man, wie immer, aufgeschlossen ist und sich nicht ärgert, wenn die paar spanischen Floskeln, die man sich zurechtgelegt hat, nicht zum Einsatz kommen. Zur Not heißt es einfach „Pura Vida“, womit ihr eure Begeisterung zum Ausdruck bringt und so manch einheimischen Tico ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

UNTERKUNFT

Für schon kleines Geld bekommt man hier bereits eine große Auswahl an guten Unterkünften. Zahlreiche Surfcamps, Lodges und Hostels reihen sich regelrecht entlang der Küsten, meist in unmittelbarer Strandnähe, so dass ihr aus der Hängematte heraus schon den nächsten Surf checken könnt. Sollte der Anspruch ein wenig höher liegen und ihr von einem Sternehotel mit Infinity-Pool träumen, findet ihr auch diese in fast allen bekannten Gegenden. Das Paradies wird euch hier bis ins Schlafzimmer serviert, denn der Standard in Facto Erholung und Wellness liegt in Costa Rica ziemlich hoch. Von romantischen Fincas, traumhaften Villen und Luxushotels, zu Eco Lodges und Beach Resorts – Wünsche bleiben hier keine offen. Über Airbnb findet ihr ein enormes Angebot an Privatunterkünften, wo ihr die Wahl zwischen typischen Haciendas, Strandbungalows oder einfachen Zimmern in privaten Wohnhäusern habt.

ESSEN UND TRINKEN

Mexikanisch geprägt, karibisch gewürzt. So in etwa lässt sich die Küche Costa Ricas beschreiben. Bei den bunten Früchtepyramiden der zahlreichen Essstände auf Märkten und in Markthallen isst auch das Auge mit und lädt zum direkten Verzehr ein. Im Allgemeinen ist die costa-ricanische Küche allerdings nicht besonders reich an Variationen und Raffinesse, eher einfach und sättigend. Seit Jahrhunderten spielen Bohnen – ein Eiweißlieferant, der bereits das Frühstück ergänzen kann – und Maisgerichte die Hauptrolle. Ein weiteres Grundnahrungsmittel ist Reis, für den man viele Hundert Zubereitungsarten kennt. Reis und schwarze Bohnen sind auch die Basiszutaten für das costa-ricanische Nationalgericht „casado“. Das bedeutet eigentlich „verheiratet“ und spiegelt als Tagesgericht in seiner Einfachheit die typische Ehe zwischen einem Tico und einer Tica wieder: Bohnen mit Reis. Hier und da mal gegrilltes Stück Fleisch oder Fisch, gebratene Kochbananen und Sauerrahm. Einfach, ausgewogen, sättigend. Traditionell wird bereits am Morgen „gallo pinto“ serviert, das zweite Nationalgericht, und – oh Wunder – wieder eine Mischung aus Reis und schwarzen oder roten Bohnen, dazu wahlweise Zwiebeln, Sauerrahm, Tortillas, Käse oder Rührei. In Hotels und Resorts sieht das Angebot natürlich deutlich besser aus und euch erwartet meist eine bunte Auswahl feinster Früchte und karibischer Gerichte. Apropos Karibik, hier schmeckt´s deutlich anders – karibischer eben. Euch erwarten warme Speise, süßlich-pikante Eintöpfe, gekochte Früchte und viel Kokosmilch.

Für tagsüber braucht ihr euch, außer viel Wasser, nichts einpacken, denn an allen Straßenrändern und an den Stränden finden sich kleine Essstände und Bauchladenverkäufer, die mal warme und kalte Gerichte zu wirklich günstigen Preisen anbieten. Eine frisch aufgeschlagene Kokosnuss, Ananas, Avocados, Bananenchips mit Limettensaft, oder kleine Tüten mit scharfen Hähnchen und Chillikraut. Jeder Weg zum nächsten Surfspot wird zu einer kleinen kulinarischen Reise. Wer sich abends selbst bekochen will, findet in den Supermärkten ein internationales Sortiment und auf den lokalen Märkten ein vielseitiges Angebot an frischen Waren.

ANREISE

Selbst nach Costa Rica sind Last Minute Flüge kein Problem mehr. Das Land verfügt über zwei internationale Flughäfen: Aeropuerto Juan Santamaría (SJO / San José) liegt nur etwa 20 Kilometer westlich der Hauptstadt San José in Alajuela. Der Flughafen bietet alle Annehmlichkeiten für Reisende, wie etwa Geldwechsel, Hotelreservation oder Taxis. Achtung: Die roten Taxis am Flughafen sind jene mit Lizenz, die anderen laufen schwarz und dementsprechend wimmelt es von Falschpreisen! Vor dem Flughafen befindet sich eine Bushaltestelle – hier habt ihr die Möglichkeit, mit dem Bus „Alajuela – San José“ in die Hauptstadt zu fahren. Die meisten Costa Rica Flüge landen auf diesem Airport, auch der Großteil der Last Minute Flüge macht hier Halt.
Der zweite internationale Flughafen ist der „Daniel Oduber Airport“ in der Stadt Liberia, im Nordwesten des Landes. Der Flughafen der Provinz Guanacaste wird meist für Inlandsflüge benutzt, die großen Vögel landen hier eher selten, daher findet ihr die günstige Costa Rica Flüge meist mit dem Ziel San José.

FORTBEWEGUNG

Transportmöglichkeiten in Costa Rica beinhalten alle gängigen Verkehrsmittel, wie Busse, Taxi oder die eben genannten Flüge. Taxis findet ihr in fast jedem Ort, egal wie klein und abgelegen er auch scheinen mag. Die Fahrten sind vergleichbar ziemlich günstig, erkundigt euch dennoch immer vorher bei einem Ortskundigen nach den gängigen Preisen, um nicht übers Ohr gehauen zu werden. Die Taxen nennen sich hier „Maria“, sind meist rot und verfügen über einen Zähler. Ca. 2 EUR kostet umgerechnet der Kilometer.

Die lokalen Busse sind in Costa Rica das wohl gängigste Verkehrsmittel. Sie fahren innerorts und auch zwischen den großen Städten, wie San José, Cartago oder Heredia. Die Fahrten sind sehr günstig. Eine Fahrt etwa von San José nach Cartago (etwa 26 km) kostet weniger als 2 EUR. Um als Tourist zum Beispiel von der Hauptstadt an die Orte an der Küste zu gelangen, könnt ihr überregionale Busse nutzen. Diese sind ebenfalls sehr günstig und fahren in alle Teile des Landes. Im Unterschied zu den lokalen Bussen sind hier die Sitzplätze oft nummeriert und sie haben nur eine gewisse Kapazität. Die Tickets könnt ihr bereits im Voraus kaufen und eure Board direkt mit anmelden.

Wer wirklich viel vom Land sehen möchte und die besten Spots erreichen will, kommt aber nicht um die Miete eines Wagens herum. Besonders wichtig ist es, neben einer guten Versicherung, die Diebstahl mit einschließt, ein Fahrzeug mit Allradantrieb zu wählen, denn besonders zu Regenzeit, sind einige Straßen wirklich herausfordernd, mit vielen Schlaglöcher versehen und auch das Durchfahren diverser Flussbetten keine Seltenheit. Innerorts könnt ihr auch auf zwei Rädern fortbewegen, die meisten Scooter oder Motorräder haben sogar Seitenträger für eure Surfboards. Beliebt, vor allem in Santa Teresa, sind Quads. Und auch wenn es scheint, als gäbe es landesweit keine Helmpflicht, solltet ihr hier nicht der Mehrheit folgen und das nötige Equipment benutzen, denn der Fahrstil der Ticos ist manchmal grenzwertig, besonders in der brühenden Mittagshitze, wenn es darum geht, dieser schnellstmöglich zu entfliehen.

Autoren: Stefan Strauss & Tine Dlugosch

2019-01-14T11:46:04+00:0008.01.2019|Kategorien: Travel|Tags: , , , , , , , |