Ob Hashpoint, Bananas, Killers oder Dracula: Nur zu Recht verdienen die Surfspots der Südküste Marokkos kreative Namen, denn neben ihrem exzellentem Surfpotenzial sind die Wellen so vielseitig und unterschiedlich, wie das Land selbst. Für Surfer aller Niveaus finden sich ganzjährig Wellen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort, wird so manch Surftraum aus 1001 Nacht wahr.

So nah und doch so fern und fremd erscheint uns das Königreich im Nordwesten Afrikas, von welchem uns nur knappe 4 Stunden Flugzeit trennen. Afrika und Orient mit einer Spur Europa – das ist Marokko, ein Land, das in sich nicht unterschiedlicher sein könnte: Grüne Täler und gewaltige Bergwelten gegenüber trockenen und endlosen Wüsten, prächtige Königsstädte und munteres Stadtleben gegenüber einer weiten Atlantikküste mit einsamen Stränden, hektisches Basar-Feilschen gegenüber völligem Stillstand im Ramadan. Zwischen Mittelmeer und Atlantik wird uns so einiges geboten und neben prunkvollen Palästen und einem Ambiente aus Tausend-und-Einer-Nacht im Landesinnern, surfen wir ganzjährig unter der Sonne des Orients.

MAROKKOS SÜDKÜSTE

Für viele von uns ist das Surfen in Marokko die erste richtige Surferfahrung außerhalb Europas. Mit ähnlicher Entfernung zu Deutschland wie die Kanarische Insel Fuerteventura, treffen wir nach nur 4 Stunden Flugzeit auf eine bezaubernde Kultur im Norden Afrikas, die nicht unterschiedlicher zu unserer sein könnte. Doch das Wichtigste: Wir besuchen ein Land, dass in den letzten 20 Jahren einen Surf-Boom der Superlative erlebt hat. Berechtigt, denn die Wellen der marokkanischen Südküste bieten ein exzellentes Surfpotenzial, dass wirklich niemandem, der diesen Sport liebt, vorbehalten bleiben sollte.

Im Südwesten des Landes, vom kleinen Örtchen Oualidia nördlich von Safi bis nach Tiznit südlich von Agadir, erstreckt sich eine Küstenlandschaft, die auf rund 400 Kilometern eine außergewöhnlich lange Liste an Surfspots verzeichnet und eine Auswahl an Wellen bietet, wie der Markt in Marrakesch an Gewürzen – Reizüberflutung nicht ausgeschlossen, doch das dies einem Mal in Puncto Wellenangebot passiert, spricht ja nur für die Wahl Marokkos als Surfdestination.

Von anfängertauglichen Beachbreaks, über mehr herausfordernde Pointbreaks für Fortgeschrittene bis hin zu erstklassigen Point- und Reefbreaks für Profis. Einige der Wellen Marokkos zählen zu den Besten der Welt, doch auch alle anderen Surfspots müssen sich nicht verstecken und bieten ein volles Programm für Surfer aller Levels, wobei Anfänger und Longboarder das ganze Jahr über eine Chance haben, auf kleine, kräftige Wellen zu treffen und erfahrene Surfer sich eher an den größeren Winterswells erfreuen.

Dreh- und Angelpunkt für Wellenreiter ist die Gegend von Tamraght bis Taghazout. Hier findet ihr, insbesondere in den swellreichen Wintermonaten, ideale bis herausfordernde Bedingungen mit vielen Spots „on fire“, wo die fortgeschrittenen Surfer unter euch sich so richtig austoben können. Im Sommer haben vor allem diejenigen Freude, die in Marokko das Wellenreiten lernen wollen. In dieser Zeit sind die Wellen deutlich kleiner und sehr gut geeignet, um die ersten Versuche im Line-Up zu machen.

Safi, Imsouane, Killers und Anchorpoint zählen zu den absoluten Top Surfspots in Marokko und die vielen Beachbreaks bieten beste Voraussetzungen für entspanntes Surfen und zum Lernen der ersten Schritte. Im Weiterem werden wir euch diese und weitere Spots näher beschreiben:

SURFSPOTS
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Oualidia ist ein kleiner sehr entspannter Fischer- und Ferienort. Die Bucht zwischen dem Atlantischen Meer und einer malerischen Lagune bietet optimale Bedingungen für Anfänger und Longboarder. Wenn der Wind uns das Line-Up verweht, freuen sich hier auch ab und an die lokalen Windsurfer. Auch erfahrene Surfer kommen in Oualidia auf ihre Kosten, denn bei größerem Swell wird auf der anderen Seite der Laguna der Reefbreak „Les Tomates“ surfbar.

Safi ist einer der wichtigsten Hafenstädte des Landes mit einer Sardinienflotte, die zu einer der größten der Welt zählt. Die lebhafte Altstadt ist durch die kurze Herrschaft der Portugiesen geprägt und besticht durch ihr mittelalterliches Flair. Legenden ranken sich um Safis Surfspots. Der rechte Pointbreak in Safi, auch „Safi´s Garden“ genannt, zählt zu einer der besten Wellen des Landes und wurde von den Locals lange als „semi-secret“ Spot geschützt. Dass die Marokkaner diese lange und ultraschnelle Barrel nicht unbedingt teilen wollten, wird euch klar, sobald ihr den Spot einmal bei großem Swell und Lowtide „on fire“ gesehen habt. Ebenfalls ein exzellenter rechter Pointbreak ist Racelafaa, nur wenige Kilometer nördlich von Safi. Der Spot funktioniert unter gleichen Voraussetzungen, ist aber mit Vorsicht zu genießen. Lalla Fatna, noch weiter nördlich, ist ein kleiner Strand unterhalb der Steilküste, der auch einige interessante Wellen bieten kann.

Essaouira ist eine kleine Küstenstadt mit sehr entspannter Atmosphäre, die in den 60er Jahren besonders bei Hippies beliebt war. Der Stadtstrand bietet bei einem etwas größeren Swell einige schöne Wellen, die auch gut für Beginner geeignet sind.

Sidi Kaouki, 25 km südlich von Essaouira, ist ein kleiner Strandort mit einem langen feinsandigen Surfstrand. Dieser Ort zählt allerdings auch zu den windigsten Plätzen des Landes. Der häufige starke Nord-Ost Wind lockt in der Regel mehr Windsurfer als Wellenreiter an. Doch wenn dieser Wind sich einmal legt – wenn auch nicht ganz so häufig – werden schöne Peaks sichtbar und Anfänger sowie Intermediates und erfahrene Surfer kommen in den puren Beachbreak-Genuss. Am nördlichen Ende der Bucht, am Cap Sim, gibt es auch noch einen etwas geschützteren schönen Reefbreak.

Tafelney Plage – Die sehr weitläufige Sandbucht hat in ihrem Südteil hohe und schützende Dünen, in ihrem Nordteil liegt ein kleines Fischerdörfchen. Der Beachbreak ist besonders bei Anfänger beliebt, doch mit etwas Glück treffen die fortgeschrittenen Surfer unter euch an guten Tagen auf eine schöne Rechte, die im Norden der Bucht über ein flaches Riff läuft.

Sollte Imsouane noch nicht auf eurer Bucketlist stehen, dann spätestens jetzt: Bei perfekten Bedingungen kann dieser Break euch den Traum eines mehr als zwei minütigen Ritts erfüllen! Die Welle bricht am Point noch bevor sie in die Bucht hineinläuft und sich an drei weiteren Peaks erneut aufbaut, sodass eine einzige lange Rechte entsteht, die gefühlt an der gesamten Ortschaft von Imsouane entlang peelt. Ein Traum für jeden Longboarder, denn die Welle bietet euch sehr viel Zeit, mal hang-ten in aller Ruhe an neuen Manövern zu feilen. Genauso glücklich werden hier auch Anfängern und Intermediates, wenn sie ihre ersten grünen Wellen scoren und Zeit haben, noch auf der Welle ihren Stand und ihre Haltung zu korrigieren. Bei großem Swell und deutlich mehr Schub, zählt diese Welle nicht nur zu den Längsten, sondern auch zu den Besten des Landes. Bei großen Wellen kann die Strömung allerdings sehr stark werden.

Cathedral Point ist ein weiterer lohnenswerter Spot in Imsouane. Die Welle in der Bucht westlich vom kargen Campingplatz ist ein rechter Pointbreak mit einigen schönen Sections. Die Inside bildet den Cathedral Beach Break. Die Wellen sind hier meist größer als am Main Break des Ortes und auch nur für geübte Surfer zu empfehlen. Es ist auch ein Spot, der in den Sommermonaten noch einige gute Wellen auf Lager hat.

Tamri Plage ist eine bei Tamri gelegene große Bucht mit vielen Peaks über sandigem Untergrund. Als „ultra-konsistent“ ist der Spot besonders bei Anfängern sehr beliebt und das absolute „go“ bei Locals wenn Taghazout flat ist. Am besten surft es sich hier bei auflaufendem Wasser. Einziger Nachteil an diesem Spot sind die Nordwinde, die hier für ordentlich Onshore sorgen und so manch Session verblasen können.

Boilers liegt südlich unterhalb vom Leuchtturm (Cap Rhir). Benannt wurde der Spot nach dem Schiffsboiler, der am Point liegt und für euch den Take-Off markiert. Achtung: So schön wie die Welle auch aussehen mag, sie hat es ganz schön in sich! Sie bricht schnell und hart über ein recht unfreundliches Riff mit tausenden Seeigeln. Beim Einstieg müsst ihr sehr aufpassen, denn ohne Schuhe kann es sehr schmerzhaft werden. Doch wenn die Wellen nicht zu groß sind und ihr die Zeit zwischen den Sets abwartet, ist der Ein- und Ausstieg am Felsen rechts vom Boiler am einfachsten und auch am sichersten

Draculas ist ein sehr guter rechter Reefbreak, benannt nach den im Wasser liegenden Felsen, die der Form von Vampirzähnen ähneln. Bei großem Swell läuft´s hier sagenhaft, doch starke Rip-Currents und die besagten Felsen, können einem ganz schön übel mitspielen. Auch der Ein- und Ausstieg ist bei größerem Swell extrem unentspannt, da es nur einen schmalen Zugang über die spitzen Felsen gibt. „No risk, no fun“ heißt es hier, daher empfehlen wir diesen Spot nur den Hard-Core-Surfer unter euch.

Der Rest eines Schiffes markiert hier einen netten kleinen Rechtshänder und den südlich gelegenen Outside Take-Off von Draculas.

Jeder fragt sich, wo dieser Spot nun ist, aber man muss es eigentlich nicht wissen, da man überhaupt nichts verpasst. Desert Point braucht einen großen Swell, sieht dann ziemlich perfekt aus, aber die Strömung macht es kaum bis unmöglich ihn zu surfen. Der Spot ist von der Straße aus perfekt zu sehen und bei viel Weißwasser sehr beliebt bei Anfängern

“On the right day with the right conditions…” Kaum jemand macht sich die Mühe, den Spot unterhalb der Steilküste zu checken. Aber seid ihr erst einmal im Wasser, könnt ihr einige nette und softe Wellen abgreifen. Der Spot benötigt einen großen Swell und ist dann für Longboarder und die, die es ein wenig ruhiger angehen wollen, absolut perfekt.

Der Spot wurde nach den hier gelegentlich auftauchenden Killerwalen (Orcas) benannt. Diese ziehen gelegentlich aus Süden kommend hier vorbei – also Augen auf! Eigentlich sollen sie für den Menschen keine Gefahr darstellen. Aber was 7 Meter lang ist und Eisbären jagt, sollte lieber nicht geärgert werden. Killers hat den Namen aber auch für seine Welle verdient. Diese kann ultralang, hollow und sehr schnell werden, dann aber auch sehr schnell wieder sehr voll. Allerdings verschiebt sich der Peak häufig, so dass sich die Surfer ganz gut verteilen. Am besten läuft die Welle bei auflaufendem Wasser. An fetten Tagen sind die Freak-Sets etwas unangenehm, dann kann euch ein Set mal eben die 600 Meter vom Point nach unten waschen – holt vorher genug Luft! Und lasst euch bei Hochwasser nicht in die Höhlen waschen, denn ein Wipe-out heißt hier oftmals auch Bodenkontakt. Wenn ihr Glück habt, dann ist es Sand, aber im Winter wird dieser meist weggewaschen.

Eine sehr nette Welle, klein und fein und läuft fast immer. Da sie auch bei kleiner Größe gut Schub hat, man muss kaum paddeln und kriegt auch ab und zu mal eine entspannte Tube. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Haben sich die 150 Leute am Point auch gedacht! (Wäre ich nur vor 25 Jahren hier gewesen!) Am besten ist es bei Hochwasser.

Eine schöne lange Rechte mit einem unangenehmen Felsen am Take-off-Point. Mystery läuft nicht so sauber und so oft wie die 80m weiter nördlich gelegene La Source, dafür ist´s aber auch deutlich leerer im Line-Up. Die Linke ist auch gut surfbar, wenn sie dann mal läuft. Am besten ist es bei auflaufendem Wasser.

Der Sage nach, ist Ankerpoint nach einer Schiffsankerfabrik benannt, tatsächlich aber sind die Ruinen am Ankerpoint ein ehemals kleines Dorf rund um eine Sardinenfang- und Verarbeitungsstation, die aber seit den 40iger Jahren nicht mehr im Betrieb ist und zerfällt („angeblich soll hier auch der Teufel wohnen?!“). Es gibt aber noch eine Art Hausmeister, der hier aufpasst. Innen gibt es eine schöne erhaltene alte Kapelle, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist, aber vorher unbedingt mit dem Hausmeister sprechen! Zur Welle: Ankerpoint ist wohl die bekannteste Welle Marokkos. Sie benötigt einen fetten Swell damit ihr Zauber beginnt. Die Welle bricht als ein sehr langer rechter Pointbreak über Felsen. Man sollte schon etwas mehr Erfahrung mitbringen. Das Ein- und Aussteigen braucht gutes Timing und einiges an Geduld (und Glück). Wenn die Welle gut läuft, wird’s dementsprechend auch schnell sehr voll. Ein knapp 400 Meter langer Ritt klingt cool? Ist es auch, doch den eigentlichen Thrill gibt’s schon beim Take-off. Auch wenn die Welle nicht dichtmacht, so sieht sie immer ständig danach aus. Der untere Teil ist eine heavy Cutback-Section, noch weiter unten wird sie dann wieder schneller. Der Einstieg ist irgendwo entlang der Felsen und das mit der Bucht im Norden vergesst mal lieber schnell, falls es euch jemand erzählt haben sollte. Der Ausstieg zu Hochwasser ist am besten in der kleinen 10 Meter breiten Bucht am Ende der Felsen. Bei Niedrigwasser ist der Ort für den Ein- und Ausstieg nicht ganz so wichtig, hier kommt es nur auf gutes Timing an. Wenn es fett wird (5m+), wird auch die Strömung gigantisch und der Ausstieg verlagert sich in den Ort Taghazout.

Spoofys ist eine kleine Bucht in Taghazout, die gute Wellen haben kann, wenn der Sand nicht von den starken Winterswells herausgespült wurde. Wenn es größer wird, ist “ Outside-Spoofys“ gleich Hash Point, da alles ineinander übergreift.

Hash Point, so genannt, weil hier (angeblich) früher nur die Leute surften, die zu bekifft waren, um noch nach La Source zu laufen. Vielleicht ist es sogar heute noch so, aber ihr werdet eure eigene Erfahrung machen. Wenn es klein ist, kann es perfekt sein, je größer, desto häufiger sind die Wellen close-out. Da der Spot mitten in Taghazout liegt, wird er immer sehr voll und die Wasserqualität geht eher in Richtung bedenklich. Hat man Glück, surft man über Sand, sonst über eine flache Riffplatte, ohne herausschauende Felsen.

Vom gleichnamige Restaurant aus lässt sich der Spot checken – zur Hälfte zumindest, da ein großes Haus mittlerweile mitten ins Sichtfenster gebaut wurde. Dennoch ist die Sicht immer noch lohnenswert, besonders wenn Panoramas mal ordentliche Barrels feuert. Der lange Beachbreak hat neben seinem rechten Point noch mehr zu bieten. Dieser, nebenbei, wunderschöne Strand bietet euch mehrere Peaks, die das Spielfeld auch an vollen Tagen ordentlich vergrößern, und hat die unglaubliche Fähigkeit auch noch 4m+ Swells Stand zu halten und ordentlich Weißwasser für Beginner zu produzieren. Bei satter Größe und perfekten Bedingungen verbindet sich die Welle mit Hashpoint und wird dann wieder für die erfahrenen Surfer sehr interessant.

Südlich von Taghazout erstreckt sich ein 3 Kilometer langer Sandstrand mit diversen, nicht definierten und weniger gesurften Wellen, also ideal für absolute Anfänger.

Imourane oder auch Devils Rock genannt, ist ein Beachbreak, der sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Surfern viele Optionen zum üben und verbessern bietet. Die über Sand laufende sehr lange Rechte überzeugt mit unterschiedlichen Sections an guten Tagen auch die Pros unter euch. Der Spot hält allerdings keinen großen Swell und ist immer etwas größer als Taghazout. Am besten läuft´s hier bei auflaufendem Wasser.

Am Ende eines ausgetrockneten Flussbetts befindet sich dieser sehr beliebte Spot, der nach dem nahegelegenen Dörfchen benannt wurde. Banana Beach schließt direkt zwei weitere Spots mit ein: K11 und K12. Über Sand und eher ungefährliche Steine laufen sehr nette rechts- und linksbrechende Wellen für Beginner und Intermediates. Direkt neben King´s Palace läuft eine weitere sehr lange Rechte, die sich wie eine Banane bis zum Shore formt. Sehr beliebt ist diese Welle auch bei den lokalen Longboardern.

Agadir ist der größte Ferienort für ausländische Pauschaltouristen und dementsprechend ist alles auch ein wenig teurer hier. Entlang des großen breiten Sandstrands gruppieren sich Sternehotels während die Low Budget Unterkünfte und günstigen Restaurants sich nahe des Busterminals befinden. Der kilometerlange Sandstrand, der nur einen Bruchteil des Swells von Taghazout abbekommt, hat kleine feine Wellen, wenn Anker mit 6m+ seine Alltagstauglichkeit verliert.

Tifnit ist eine kleine sandige Bucht mit einigen Fischerhütten und einem steinigen schattenlosen und eigentlich nichts bietendem Campingplatz, etwa 25 Kilometer südlich von Agadir. Er kann bei nicht allzu kleinem Swell ganz gute Wellen über Sand/Fels hervorbringen.

Oued Ouassi ist ein netter und eher selten gesurfter Beachbreak auf halben Weg von Agadir nach Tiznit. Wer eine kurz Pause braucht und mal kurz ins Wasser springen will, kann hier Glück haben und ein paar nette Wellen für sich alleine abgreifen.

Aglou Plage ist ein kleiner marokkanischer Ferienort 15 Kilometer nordwestlich von der sehr sehenswerten historischen Stadt Tiznit. Bei einem kleinen Swell und Offshore findet man hier viele schöne Peaks. Häufig allerdings steht der Wind nicht so, wie wir es uns wünschen und verbläst uns den Spot und sobald auch der Swell an Größe gewinnt, brennen euch die Mukkis, denn die Strömung wird sehr paddelintensiv! Weitere schöne Beach- und Reefbreaks könnt ihr an der Küstenstraße gen Süden finden.

Sidi Ifni liegt ca. 200 Kilometer südlich von Agadir. Sidi Ifni ist eine von den Spaniern geprägte ehemalige Kolonialstadt und auf jeden Fall auch einen Abstecher wert. Für Surfer bietet der Spot direkt vor der Stadt eine sehr schöne Rechte, die über ein flaches Riff peelt. Die Wasserqualität ist allerdings oftmals kritisch, weshalb der Spot auch den Spitznamen „Shitty Ifni“ trägt. Insbesondere im Sommer laufen die Swells hier deutlich stärker ein, als in den Spots bei Tamraght und Taghazout.

REISEINFOS

So vielseitig wie seine Wellen, ist das gesamte Königreich Marokkos. Als westlichster Staat Nordafrikas grenzt es im Norden an das Mittelmeer und im Westen an den Atlantischen Ozean, was es besonders für uns Surfer so interessant macht. Doch auch das Inland lässt keine Wünsche offen – im Gegenteil – denn seine landschaftliche Vielfältigkeit, ist im Vergleich zu seinen Nachbarländern unübertrefflich und hinsichtlich seiner geringen Entfernung zu uns in Europa, ein absolutes Muss-Reiseziel für alle Surfer und Kulturliebhaber. Zwischen langen Küstenabschnitten, und Traumstränden, Hochgebirgen und Skigebieten, liegen antike Königsstädte, wie Casablanca, Rabat, Fès und Marrakech, die eine Jahrtausend alte Hochkultur offenbaren und euch mit ihren Erbschaften aus dem Goldenen Zeitalter des Islams in eine Stimmung aus 1001 Nacht versetzen.

Nur wenige Flugstunden von Europa entfernt, trefft ihr in Marokko auf eine Mischung aus Moderne und Orient. Von authentischer Landbevölkerung und dem urtümlichen Volk der Berber, zu handyschwingenden Businessmännern und Surftouristen. Seine 34 Millionen Einwohner und Besucher spiegeln genau das wieder, was dieses Land ausmacht: Absolute Gegensätze in allen Bereichen, von grünen Oasen bis zu kargen Schneelandschaften, von wellenreichen Küsten bis zu trockenen, endlos erscheinenden Wüsten.

WETTER

Kaltes Land unter heißer Sonne. Das marokkanische Klima ist recht unbeständig und weist starke regionale Unterschiede auf. Auch wenn der Hohe Atlas schneebedeckt ist, könnt ihr am Strand noch angenehmes T-Shirt-Wetter erleben. An der Küste ist es im Sommer zwischen 25 und 35°C sehr heiß und nachts lau. Der Winter ist mild bei 16-24°C tagsüber und deutlich kühlere Temperaturen bei Nacht. Während das Gebirge ganzjährig frisch bis kühl ist, brennt die Wüste bei gefühlten 900°C und mehr.

Marokko hat über 300 Tage Sonne im Jahr, in manchen Ecken auch noch mehr. In Agadir regnet es nur sehr selten und dass auch nur kurz während der Wintermonate. Im Süden von Marokko liegen die Wassertemperatur meist zwischen 16-20°C, sonst sind sie 2-3 Grad kälter. Die Lufttemperatur und Wassertemperaturen können allerdings von einen auf den anderen Tag stark schwanken. Warme Kleidung solltet ihr deshalb, insbesondere im Winter immer mit einpacken. Trotz der Nähe zu den Kanarischen Inseln, sind die Wassertemperaturen hier wesentlich kühler. In der Regel seid ihr aber mit einem 3’2er Anzug gut bedient. Im Sommer genügt meist ein Shorty.

GEOGRAFIE

Das Königreich Marokko befindet sich im Nordwesten Afrikas. Wie kein anderes Land Nordafrikas hat es eine besondere Verbindung zu Europa, da es durch die „Straße von Gibraltar”, nur etwa 15 Km von dem europäischen Kontinent getrennt ist. Im Nordosten und im Osten grenzt Marokko an Algerien und im Süden an Mauretanien. Mit seiner Küste am Mittelmeer im Norden und seiner Küste am Atlantik im Westen, weißt Marokko eine Küstenlinie von insgesamt mehr als 3.000 km (inkl. Westsahara) auf. Bergregion Marokkos umfasst das Rifgebirge (2200m) und die Gebirgszüge des Mittleren (2600m) und des Hohen Atlas (4200m), der sich leicht bogenförmig im Zentrum des Landes ca. 800 km von Südwesten nach Nordosten ausdehnt. Im Winter bringen euch hier auch einige Doppelmayr-Lift auf die Piste mit anschließendem Pfefferminztee-Apres-Ski. Der Hohe Atlas beheimatet ebenfalls den höchste Gipfel Nordafrikas, den 4.167m hohen Jebel Toubkal. In der transmontanen Region Marokkos liegt der Anti-Atlas, der die Küstenzone und die grünen Hänge im Norden von der komplett trockenen Sahara im Osten und Süden trennt, wobei die Küste weiter im Süden einer Steppe bzw. Geröllwüste gleicht. Ihr findet also nahezu alle Klimazonen vor, was Marokko im Vergleich zu seinen Nachbarländern sehr vielseitig macht, auch wenn seine Größe von einer Fläche von ca. 459.000 qkm eher klein erscheint.

UNTERKÜNFTE

In Taghazout und Tamraght gibt es die meisten Unterkünfte für Surfer. Klar, denn hier findet ihr auch die meisten Surfspots in Marokko. Zahlreiche Zimmer, Apartments, Herbergen, Hostels, Hotels und natürlich auch Surfcamps in allen Variationen stehen euch hier zur Auswahl sowie wie auch das Surf & Yoga Camp von WAVE CULTURE. Im Winter, in der Surfhauptsaison, solltet ihr eure Unterkunft auf jeden Fall rechtzeitig buchen, um nicht in einem kargen, kalten Raum, direkt neben der Mosche zu landen, indem euch der Muezzin nachts um vier Uhr aus dem Schlaf reißt.

ESSEN UND TRINKEN

Habt ihr eine Unterkunft mit Selbstverpflegung gewählt, bietet euch der Souk (Markt) alles, was ihr so benötigt. Frisches Obst und Gemüse kauft ihr hier bereits für ein paar Cent bei Gemüsehändlern, die euch in der Regel sogar den richtigen Preis nennen. So bunt und orientalisch wie es auf den Souks und in den Städten vor sich geht, ist eigentlich auch die gesamte Küche Marokkos, die im Laufe der Geschichte viele Einflüsse besonders aus Spanien und Frankreich erlangt hat. Wie in vielen Ländern, leben die Gerichte auch hier von den Gewürzen, denen wir in Mitteleuropas Küchen relativ wenig begegnen: Gekocht wird mit viel Zimt, Thymian, Koriander, Sesam, Fenchel und Schwarzkümmel, auch süße Früchte in warmen Gerichten sind keine Seltenheit. Schweinefleisch sucht ihr in Marokko auf Grund der Religion natürlich vergebens. Stattdessen findet ihr viel Hähnchen-, Rind-, Lamm- und Ziegenfleisch, entweder frisch vom Händler oder auf der Speisekarte im Restaurant.

Wer das wahre Marokko schmecken will, für den gilt hier, wie überall auf der Welt: Dort essen, wo es den Einheimischen schmeckt. Meist liegt man damit ziemlich richtig, auch wenn das natürlich keine Garantie dafür ist, nicht auch mal auf einen völlig talentfreien Koch zu treffen. Zur Auswahl stehen dann „Nationalgerichte“ wie Tajine (im Tontopf über Glut gedünstetes Gemüse – relativ unspektakulär, doch seine Zubereitung ist ein Kultprozess), Couscous mit Hähnchen, Harira (Bohnensuppe mit Lammfleisch), Calamares, Fisch, Brochette (Fleischspieße) und vieles mehr. An vielen Orten haben sich die Restaurants bereits auf euren After-Surf-Hunger spezialisiert, sodass man schnelle und gute Küche nach einer anstrengenden Session erwarten kann. Neben verdammt guten Kaffee, den es allerdings eher selten ohne Milch gibt, und frischen Säften ist Tee das absolute Kultgetränk Marokkos. Natürlich auch in zahlreichen Variationen erhältlich, doch wer nur „Tee“ bestellt, erhält frischen Minztee, in den meisten Hotels bereits zur Begrüßung – mächtig herb und zugleich der süßeste des Universums.

ANREISE UND FORTBEWEGUNG

Marokko überzeugt mit einem sehr dichten Verkehrsnetz. Die meisten Orte lassen sich problemlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut und günstig erreichen. Ganz klar, je abgelegener, desto mühevoller kann es werden, je nachdem wie ihr unterwegs seid.

Alle Städte werden durch diverse Fernbuslinien und ein weites Sammeltaxi-Netz verbunden. Das Schienensystem der Bahn reicht von Nordmarokko bis nach Marrakesch. Der Regionalverkehr läuft gut und manchmal sogar pünktlich. Auch eure Boards könnt ihr meist problemlos mit in den Bus nehmen, wenn ihr andere Spots abchecken wollt und keinen eigenen Wagen habt. Versucht die frühen Busse in, und die späten Busse aus der Stadt heraus, zu meiden, da diese um diese Uhrzeiten gerammelt voll mit Pendlern sind. Natürlich steht die Erreichbarkeit der Surfspots für uns an erster Stelle und um hier den alltäglichen Problemen des öffentlichen Verkehrs zu umgehen, raten wir immer zu einem eigenen Fahrzeug bzw. Mietwagen, mit dem ihr flexibel jedem Swell hinterherfahren könnt.

Das eigene Fahrzeug: Für Surfvan-Besitzer und Weltenbummler, die die Anreise über Spanien nicht scheuen und das entsprechende Gefährt besitzen, ist das eigene Fahrzeug natürlich die erste Wahl, diese sollten allerdings auch hier, um die besten Spots anfahren zu können, auch mal über Schotterpisten fahren können. Leider steht eurer freien Reisemöglichkeit auf den gewohnten und geliebten vier Rädern ein Nachteil gegenüber: die weite und recht kostspielige Anreise. Zwar wird beispielsweise Diesel in Marokko sehr günstig verkauft, doch die Anreise nach Marokko inklusive Treibstoff, spanischer Autobahnmaut und Fähre — die für ein Wohnmobil oder großen Van und zwei Passagiere hin und zurück knapp 400 Euro kosten kann — ist alles andere als günstig.

Flüge und Mietwagen: Ein wenig unspektakulärer, doch meist sparsamer und wesentlich schneller geht’s mit dem Flugzeug: Von Deutschland braucht man mit dem Flieger je nach Zielort nur gute vier Stunden. Die angebotenen Flüge über die bekannten Billig-Airlines sind teilweise sehr günstig und mitunter für einen zweistelligen Betrag zu haben (zzgl. Boardtransfer) und fliegen ganzjährig sehr regelmäßig. Je nachdem, was ihr euch so vorgenommen habt, oder vielleicht auch eine Rundreise durch das Land ansteht, habt ihr zwischen mehreren Flughäfen die Wahl. Der Flughafen, der sich für einen Surftrip an der Südküste am ehesten eignet liegt in Agadir (AGA Agadir Al Massia Airport), von wo aus ihr in einer guten Stunde Fahrzeit auch schon Taghazout erreicht, entweder mit dem Bus (ca. 10€ und 2 Stunden Fahrt), mit dem Taxi für knapp 30€ oder aber mit dem eigenen Leihwagen, den ihr euch in Marokko relativ unkompliziert ausleihen könnt. Neben lokalen Vermietern sind auch alle großen internationalen Verleiher vor allem an den Flughäfen vertreten. Je nach Leihdauer, Saison, Versicherung und Fahrzeugklasse kostet ein Mietwagen in Marokko zwischen 30 und 90 Euro pro Tag.

HILFREICHE TIPPS

Auf Marokkos Straßen sind zwar vergleichbar weniger Fahrzeuge unterwegs, diese reichen aber schon aus, um erheblich mehr Chaos anzurichten als bei uns. Überland läuft es so ziemlich problemlos, doch innerhalb der Städte herrschen eigene Regeln. Rote Ampeln gelten selten oder gar nicht, Fahrspuren sind eher nur dekorativ, die Hupe ersetzt den Blinker. Im Kreisverkehr gilt rechts vor links, meistens jedenfalls. Wollt ihr irgendwo Parken, hält immer irgendwer die Hand auf, oder gleich beide.

Als Fußgänger habt ihr ungefähr die gleichen Rechte wie eine Ziege. Für einen entspannten Spaziergang braucht ihr starke Nerven und gute Reflexe. Wenn ihr es vermeiden könnt, an der Straße entlangzulaufen, tut das und falls doch, immer dem Verkehr zugewandt.

Inshallah heißt soviel wie „so Gott es will“ und das ist eigentlich in Marokko immer und überall der Fall.

Feilschen gehört zur arabischen Mentalität? Verabschiedet euch von dieser Grundregel, die wahrscheinlich eh einst von einem Touristen erfunden wurde. Eins gilt: wenn ihr schon feilscht, dann kauft auch am Ende und das dann zu einem Preis, der es euch wert ist. Für was ihr euch auch entscheidet, ihr seid auf jeden Fall über den Tisch gezogen worden. Aber ärgert euch nicht.

Begrüßt wird meist, wie auch bei uns, indem man sich die Hand gibt. Wer danach kurz die Hand aufs Herz legt, ehrt Allah und zeigt viel Respekt für die fremde Religion.

Ramadan ist der Fastenmonat, in dem Gläubige zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nicht essen, nicht trinken und nicht rauchen dürfen. Und so ziemlich alle Marokkaner halten sich daran.

Muezzin ist der Ausrufer, der euch mindestens 5-mal am Tag zum Gebet auffordert, und zwar vom Turm der Moschee aus, oder auch übers Radio und Fernsehen. Schlaft ihr in der Nähe einer Moschee, solltet ihr mit guten Ohropax ausgestattet sein, denn die Lautstärke ist beachtlich und kann einem nachts schon mal den Schlaf rauben.

Drogen sind in Marokko leider auch ein großes Thema – vor allem Marihuana – und gleichsam illegal. Der Besitz von ein paar Gramm kann sehr teuer werden, nehmt also auf gar keinen Fall irgendwelchen Stoff als Souvenir über die Grenze mit nach Hause, weil es euch gerade so günstig erscheint. Einige Monate oder Jahre im marokkanischen Knast ist eine Erfahrung, die ihr mit Sicherheit nicht machen wollt.

Campingplätze gibt es entlang der Küste in jedem Ort für ein paar Dirham (marokkanische Währung). Sie bieten meist nichts und sind mit nichts ausgestattet. Doch der Sicherheitsfaktor ist dennoch ein wenig höher, als in freier Wildbahn zu campen, was zwar möglich ist, aber nicht überall zu empfehlen.

Autoren: Stefan Strauss & Tine Dlugosch